Nationales Referenzzentrum (NRZ) für Staphylokokken und Enterokokken - Teil Staphylokokken
- Leitung:
- Guido Werner
- Vertretung:
- Franziska Layer, Birgit Strommenger, Christiane Cuny
Wesentliche Aufgabe des Referenzzentrums ist die epidemiologische Überwachung von Staphylokokkeninfektionen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Krankenhäusern sowie des Auftretens und der Verbreitung von Staphylokokkenstämmen mit wichtigen Resistenz- und Virulenzeigenschaften bzw. entsprechenden genetischen Determinanten.
Aufgaben
Neben der Analyse für den Einsender erfolgt eine Bearbeitung für die Gewinnung verallgemeinernder Schlussfolgerungen. Das in diesem Sinne bereits bestehende Netzwerk der Zusammenarbeit mit Untersuchungsämtern, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens, Universitätsinstituten und -kliniken, Krankenhäusern und privaten Laboratorien soll auch zukünftig durch gezielte Studien mit Spezifität für relevante klinische Fächer ergänzt werden.
Ausgehend von Kenntnissen über die klonalen Strukturen bei S. aureus und koagulase-negativen Staphylokokkenspezies (KNS) werden Staphylokokken-Isolate, die lokal als Verursacher von Ausbrüchen auftreten, mit konventionellen Verfahren und molekularen Methoden (first line: spa-Typisierung; für ausgewählte Isolate: Fragmentmuster der genomischen DNS [Pulsfeldgelelektrophorese (PFGE)], Multi-Locus Sequenztypisierung [MLST]) typisiert. Sie werden weiterhin im Hinblick auf relevante Resistenz- und Virulenzeigenschaften (phänotypische Resistenz- und Toxinbestimmung sowie Gen-Nachweis mittels PCR) charakterisiert. Für die Auswertung wurden Datenbanksysteme für molekulare Typisiermethoden aufgebaut. Diese Datenbanksysteme sind Ausgangspunkt eines Netzwerkes mit Einrichtungen in Deutschland, in denen selbst eine molekulare Typisierung erfolgt, sowie für Aufbau und Mitwirkung in einem Netzwerk der europäischen Referenzlaboratorien für Staphylokokken.
In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Universitätsinstituten für Medizinische Mikrobiologie und Einrichtungen klinischer Fachdisziplinen werden ausgewählte Fragen der Ätiologie und Infektiologie von Staphylokokkeninfektionen bearbeitet (phänotypische Antibiotikaempfindlichkeitsprüfung mittels Mikrobouillon-MHK, Nachweis der Superantigenbildung, PCR für ausgewählte Resisenz- und Virulenzgene etc.).
Durch die Verordnung zur Anpassung der Meldepflicht gemäß §7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde die Meldepflicht auf den direkten Nachweis von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) aus Blut oder Liquor ausgedehnt. Seit dem 01.07.2009 besteht damit für die Labore eine namentliche Meldepflicht für den Nachweis von MRSA aus Blut oder Liquor (EpiBull 26/2009; EpiBull 29/2009).
Stand: 16.08.2012


