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Binationales Konsiliarlaboratorium für Listerien (BKL für Listerien)

Deutscher Partner des BKL für Listerien (Subtypisierung)

Nationales Referenzzentrum für Salmonellen und andere Enteritiserreger
Fachgebiet Bakterielle Infektionen
Robert Koch-Institut, Bereich Wernigerode
Burgstr. 37
D-38855 Wernigerode

Leitung: Prof. Dr. Antje Flieger
Ansprechpartnerin: Dr. Rita Prager

BKL für Listerien (Deutschland/Österreich) (Beratung, Spezialdiagnostik und Subtypisierung)

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien
Währingerstraße 25a
A-1200 Wien

Leitung: Dr. Steliana Huhulescu

Die Listeriose ist eine seltene Infektionskrankheit, die in der Regel durch den Verzehr von Listerien-kontaminierten Lebensmitteln wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse, Fisch, Fischerzeugnisse, Milch und Milchprodukte oder nicht selten auch pflanzlichen Lebensmitteln verursacht wird. Der Erreger, Listeria monocytogenes, kann sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Die Inkubationszeit der Erkrankung kann mit 3 - 70 Tagen sehr variabel sein. Bei der Listeriose einer Schwangeren bzw. ihres Kindes erfolgt die Infektion im Laufe der Schwangerschaft (transplazentar), während der Geburt bei Durchtritt durch den Geburtskanal oder postnatal durch Kontakt.

In den Jahren 2001 bis 2009 wurden für Deutschland insgesamt 3.090 Listeriosen nach IfSG übermittelt, pro Jahr im Durchschnitt 343 Fälle; das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Inzidenz von 0,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Darunter befanden sich 233 Fälle von Neugeborenen-Listeriose (8%). Mit Ausnahme der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren, bei denen 80% der Erkrankungsfälle auf Frauen (zumeist schwanger­schafts­asso­ziierte Listeriosen) entfielen, waren mehr als die Hälfte der Patienten männlich: 57% der 40- bis 59-Jährigen und 60% der Personen ≥ 60 Jahre. Die durchschnittliche jährliche Inzidenz der Erkrankungen hat seit 2001 vor allem bei Personen ≥ 60 Jahren zugenommen. Neben älteren Menschen betrifft die Listeriose in Deutschland insbesondere Personen mit verminderter Immun­ab­wehr – zumeist verursacht durch schwere Grunderkrankungen (z.B. Tumore, Patienten unter hochdosierter Cortison-Therapie) sowie Schwangere und deren Neugeborene. Als klinische Symptomatik werden insbesondere Meningitiden, Septikämien und Fieber erfasst und in 9% (in Ausbrüchen oft höher) der Fälle verstarben die Patienten bedingt durch die Listeriose.

Neben der häufigeren sporadischen Listeriose können lebens­mittel­be­dingte Ausbrüche auftreten. Da die Erkrankungsfälle meist räumlich und zeitlich weit verteilt sind, lassen sich solche Ausbrüche und die verantwortlichen Lebens­mit­tel in der Regel nur durch molekulare Typisierung der Listerien-Isolate ent­decken. Aus diesem Grund bittet der deutsche Partner des BKL für Listeriose um Einsendung der aus humanen Erkrankungen isolierten Stämme zum Zweck der Subtypisierung, insbesondere mittels Genoserotypisierung und Makro­restrik­tions­analyse (PFGE). Stämme können entweder an das NRZ für Salmonellen und andere Enteritiserreger des Robert Koch-Institutes, Bereich Wernigerode oder die AGES Wien eingesandt werden. Für die Einsendung der Stammisolate an den deutschen Partner ist ein vollständig ausgefüllter Begleitschein erforderlich.

Stand: 17.12.2010

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