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Informationen zu einem inter­natio­nalen Ausbruchs­geschehen mit nicht-tuberkulösen Myko­bakterien im Zusammen­hang mit Temperatur­regulierungs­geräten bei Herz­ope­ra­tionen

In einigen europäischen Ländern wurden bis zu mehr als 3 Jahre nach Herzoperation invasive Infektionen mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien festgestellt. Inzwischen wurde europaweit von insgesamt bis zu 10 invasiven Mycobacterium chimaera-Infektionen berichtet, davon ein Patient aus Deutschland.

Ursache für die Infektionen sind vermutlich Temperaturregulierungsgeräte, die während Herzoperationen verwendet wurden und mit dem Erreger verunreinigt waren. Die Übertragung erfolgte wahrscheinlich durch Aerosolbildung. Ergebnisse der in der Schweiz durchgeführten Ausbruchsuntersuchung sind von Sax et al. im März 2015 in Clinical Infectious Diseases publiziert worden.

Das Robert Koch-Institut hat das Bundesministerium für Gesundheit und die Landesgesundheitsbehörden über das Geschehen informiert und steht mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, den Fachgesellschaften und dem Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien in Borstel in engem Kontakt. Eine Einsendung von Isolaten an das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien zur weiteren Untersuchung der Ausbruchserreger ist sinnvoll.

Da es sich nach aktuellem Kenntnisstand um ein überregionales nosokomiales Ausbruchsgeschehen handelt, besteht nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts bei Infektionen mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien nach Exposition zu Temperaturregulierungsgeräten (Heater-Cooler-Units) im Rahmen von Herzoperationen ein epidemiologischer Zusammenhang und damit ein Meldetatbestand gemäß § 6 Absatz 3 Infektionsschutzgesetz. Die Meldung von nosokomialen Infektionen erfolgt nichtnamentlich an das zuständige Gesundheitsamt, die weitere Übermittlung an die Landesstelle und das Robert Koch-Institut gemäß § 11 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz.

Stand: 30.04.2015

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