Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Zur Erfassung des Impfstatus

Impfstatus bei Personen mit Migrationshintergrund

Der Migrationshintergrund wird in Deutschland oft nicht einheitlich erfasst. Die Definition des Migrationsstatus hängt nicht zuletzt auch von der zu Grunde liegenden Hypothese oder Zielstellung der durchzuführenden Erhebung ab. Vergleichbare Erhebungen sind jedoch zentral, um die Datenlage zur sozialen und gesundheitlichen Lage zu verbessern. Diese Daten sind die Grundlage, um möglichen Handlungsbedarf zu ermitteln, Maßnahmen zielgerichtet zu planen und Interventionen evaluieren zu können.

Um eine Vergleichbarkeit von epidemiologischen Daten, die nach Migrationstatus differenzieren, zu ermöglichen, beispielsweise im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung zu ermöglichen, wurde ein "Mindestindikatorensatz zur Erfassung des Migrationsstatus" erstellt. Der Mindestindikatorensatz empfiehlt zur Erfassung des Migrationsstatus die Merkmale Geburtsland von Vater und Mutter, Einreisejahr, Muttersprache, Deutschkenntnisse sowie den Aufenthaltsstatus zu erheben. Zentraler Indikator zur Identifikation von Migrantinnen und Migranten ist das Geburtsland der Eltern. Dieser sollte bei der Erhebung von bevölkerungsbezogenen Daten berücksichtigt werden, damit die aus dem Migrationsereignis resultierenden Besonderheiten in der Lebenssituation erfasst werden können (siehe Schenk L et al. 2006).

Gleichwohl erfolgt die Erfassung des Migrationsstatus im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung z.B. auch im Rahmen des Integrationsmonitorings der Länder bisher nicht bundeseinheitlich. Um die Erhebung des Migrationsstatus in Schuleingangsuntersuchungen zu vereinheitlichen, wurde daher eine Unterarbeitsgruppe der AOLG gegründet, die daran arbeitet, die Erhebung des Migrationsstatus vergleichbar zu machen.

Insgesamt sind bundesweite Daten zum Impfstatus bei Kindern mit Migrationshintergrund nur begrenzt verfügbar. Wichtigste Quelle für jährliche Impfquoten bei Kindern mit Migrationshintergrund sind vertiefte Auswertungen der Schuleingangsuntersuchungen (SEU) der Kommunen. Nicht in allen Regionen wird allerdings der Migrationshintergrund mit ausgewertet. Aussagen zum Impfstatus in den höheren Altersgruppen stratifiziert nach dem Migrationsstatus erfolgen durch exemplarische Einzelauswertungen und Studien sowie durch regelmäßige Telefonsurveys des RKI.

Stand: 26.11.2012

Ausgewählte Publikationen

  • Makarova N, Reiss K, Zeeb H, Razum O, Spallek J (2012): Verbesserte Möglichkeiten zur Identifikation von Menschen mit Migrationshintergrund für die Mortalitätsforschung am Beispiel Bremens.
    Gesundheitswesen: Epub Aug 28. DOI: 10.1055/s-0032-1321767. mehr

  • Reiss K, Makarova N, Spallek J, Zeeb H, Razum O (2012): Identifizierung und Rekrutierung von Menschen mit Migrationshintergrund für epidemiologische Studien in Deutschland.
    Gesundheitswesen: Epub Aug 29. DOI: 10.1055/s-0032-1321768. mehr

  • Oberwöhrmann S (2012): Modellprojekt der AOLG zur Erfassung des Migrationshintergrundes bei den Einschulungsuntersuchungen (Abstract).
    Gesundheitswesen 74 (03): V34. DOI: 10.1055/s-0032-1307298. mehr

  • Butler J, Albrecht NJ, Ellsässer G, Gavranidou M, Habermann M, Lindert J, Weilandt C (2007): Migrationssensible Datenerhebung für die Gesundheitsberichterstattung. [Migration-sensitive data collection for public health surveillance].
    Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 50 (10): 1232-1239.

  • Schenk L, Bau AM, Borde T, Butler J, Lampert T, Neuhauser H, Razum O, Weilandt C (2006): Mindestindikatorensatz zur Erfassung des Migrationsstatus. Empfehlungen für die epidemiologische Praxis. [A basic set of indicators for mapping migrant status. Recommendations for epidemiological practice].
    Bundesgesundheitsbl. – Gesundheitsforsch. – Gesundheitsschutz 49: 853-860. mehr

Ge­sund­heits­mo­ni­to­ring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.