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Exemplarische Projekte zur Impfprävention

Eine Auswahl von Projekten auf dem Gebiet der Impfprävention, die insbesondere an Jugendliche und/oder Personen mit Migrationshintergrund gerichtet sind, wurden auf dem Expertenworkshop zum Thema „Impfprävention bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ 2010 am RKI vorgestellt. Exemplarisch werden an dieser Stelle drei Projekte herausgegriffen.

MiMi-Impfprojekt in Niedersachsen

Eine Auswahl von Projekten auf dem Gebiet der Impfprävention, die insbesondere an Jugendliche und/oder Personen mit Migrationshintergrund gerichtet sind, wurden auf dem Expertenworkshop zum Thema „Impfprävention bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ 2010 am RKI vorgestellt. Eines dieser Projekte ist das “MiMi-Impfprojekt - Mit Migranten für Migranten“ im Bundesland Niedersachsen, welches sich dem Thema Prävention und Aufklärung widmet (inzwischen ausgeweitet auf andere Bundesländer) und zum Ziel hat, das Thema Impfen in der Zielgruppe der erwachsenen Migrantinnen und Migranten durch einen Multiplikatorenansatz zu stärken. Wesentliche Bausteine des Projektes sind die Schulung von Mediatoren mit Migrationshintergrund, die Erstellung von Arbeitsmaterialien (Handout, Foliensatz und CD), die Entwicklung eines Wegweisers in 10 Sprachen, die Durchführung von Informationsveranstaltungen sowie die Evaluation des Projektes.

Projekte der ÄGGF

Die Erreichbarkeit von jugendlichen Migrantinnen für Themen der Impfprävention demonstriert die ÄGGF (Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V.). Projekte, die durch die ÄGGF angeboten werden, wie beispielsweise die „Mädchensprechstunde in Schulen“, das „Migrantinnen-Mütterprojekt“ sowie ein EU-Projekt zu „Migrantinnen aus Drittstaaten“, das insbesondere Frauen aus nicht EU-Ländern erreicht, werden bundesweit durch 90 Ärztinnen in Form einer aufsuchenden ärztlichen Gesundheitserziehung vor allem in Schulen durchgeführt (insbesondere Haupt-, Real- und Gesamtschulen).

Ziel der Projekte ist die Primärprävention vor allem bei Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen bzw. jungen Frauen. Die ÄGGF führte 2009 insgesamt 7446 Veranstaltungen durch, bei denen rund 120 000 Mädchen und junge Frauen erreicht werden konnten, darunter ca. 40% mit Migrationshintergrund. Zusätzlich fanden 2009 bundesweit ca. 450 Veranstaltungen mit Müttern und Frauen in Integrationskursen statt (Klapp, 2008; Hinzpeter et al, 2010).

Impfberatung in Essen

Eine Initiative des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, Gesundheitsamt Essen, ist beispielsweise die Impfberatung in Schulen für Jugendliche, ein Impfunterricht durch Medizinstudenten in Haupt-, Real- und Gesamtschulen. 2009 und 2010 wurde außerdem je eine „Impfaktion“ an einem Berufskolleg durchgeführt. Diese beinhaltete eine individuelle Impfberatung für Schüler und Lehrer, Info-Stände, einen Impf-Parcours, eine Fragebogenaktion sowie die Möglichkeit für die Schüler, sich vor Ort impfen zu lassen. Außerdem initiierte das Gesundheitsamt Essen die Aktion zur Steigerung der Inanspruchnahme der J1 „mach mit – bleib fit“. Ergebnis der Fragebogenaktion des Impfunterrichts 2009 (Response 80%, n=2241/2808) war, dass Jugendliche Impfungen als wichtig bewerten. Sie benötigen jedoch zusätzliche Informationen und Motivation zu Impfungen.

Stand: 27.07.2012

Ausgewählte Publikationen

  • Roggendorf H, Freynik P, Hofmann F (2011): Erfolgreiche Strategie zur Verbesserung der Impfraten bei Jugendlichen. [Improvement strategy to increase vaccination rates in adolescents].
    Gesundheitswesen 73 (8-9): 499-503. doi: 10.1055/s-0030-1255085. Epub 2010 Sep 15.

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