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Anmerkungen zur Querschnittsstudie über Impfstatus, Einstellung und Verhalten von Hebammen zu Impfungen

In Fachmedien wurden auszugsweise Daten aus einer Umfrage unter Hebammen zum Thema Impfen, die im Epidemiologischen Bulletin 21/2008 veröffentlicht wurden, publiziert. Die Auslegung der Umfrageergebnisse wurde teilweise missverständlich dargestellt. Es ist uns ein Anliegen, dass hinsichtlich der Ergebnisse der Studie eine vollständige Darstellung vermittelt wird. Deshalb sollen einige Anmerkungen zur weiteren Klarstellung dienen.

Im Mai 2007 konnten Mitarbeiterinnen des Robert Koch-Institutes (Abteilung für Infektionsepidemiologie, Fachgebiet Impfprävention) auf dem XI. Hebammenkongress in Leipzig eine Befragung unter den teilnehmenden Hebammen zum Thema Impfen durchführen. Vorangegangen waren Gespräche mit Hebammen des Bundes Deutscher Hebammen (BDH), um die Möglichkeiten eines Informationsaustausches und einer Zusammenarbeit zu überlegen.

Die Idee einer Umfrage war entstanden, um gezielt herauszufinden, wo der Diskussions- und Informationsbedarf für eine sinnvolle Zusammenarbeit besteht. Als Basis dafür wurden Daten zur Durchimpfung der Hebammen sowie zu deren Wissen und Einstellung zum Thema Impfen erhoben. Dabei sollten nicht nur die Vorstellungen einzelner Hebammen berücksichtigt werden, sondern möglichst viele Stimmen Gehör finden. Die Ergebnisse der Querschnittsuntersuchung wurden in der Verbandszeitschrift des BDH (Hebammenforum) und dem Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Institutes (RKI) veröffentlicht.

Nach Veröffentlichung dieser Daten durch andere Fachmedien ist bei einigen Hebammen der Eindruck entstanden, sie sollten als ‚Impfmuffel’ vorgeführt werden. Die erhobenen Daten zeigen aber etwas anderes, nämlich dass die Mehrzahl der befragten Hebammen Impfungen für eine effektive Maßnahme gegen Infektionskrankheiten hält (siehe die u.g. Publikation im Epidemiologischen Bulletin Nr. 21/2008).
Natürlich wurden auch kritische Beurteilungen zu Impfungen von den beteiligten Hebammen in den Umfragebögen vorgenommen. Kritische Bemerkungen von Hebammen und anderen Akteuren im Gesundheitswesen sind wichtige Beiträge, um in gemeinsamer Anstrengung unterschiedliche Sicht- und Vorgehensweisen zur Impfprävention zu diskutieren. Des Weiteren können Schwachstellen in der Information und Kommunikation zum Thema Impfen aufgedeckt und verbessert werden.

Es liegen nur wenige Studien über Wissen und Einstellung zum Thema Impfen von anderen Berufsgruppen innerhalb des Gesundheitsdienstes vor. Zur Impfung gegen Influenza ist bekannt, dass in Deutschland ca. 25% der Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes in Krankenhäusern geimpft sind 1, während ca. 60% der >60jährigen eine Grippeimpfung erhalten haben 2. Für medizinisches Personal besteht eine Empfehlung der STIKO für eine jährliche Impfung gegen Influenza genauso wie für >60jährige Bürger. Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass eine verbesserte Kommunikation mit medizinischem Personal aus allen Bereichen, nicht nur mit Hebammen, wünschenswert ist.

Wir sind sehr dankbar, dass so viele Hebammen auf dem Kongress an der Querschnittsuntersuchung teilgenommen haben. So konnten zu einzelnen Punkten Einblicke gewonnen werden, die zukünftig in der Diskussion zur Umsetzung von Impfempfehlungen Grundlage sein können.

  1. Leitmeyer K et al., Influenza vaccination in German health care workers: effects and findings after two rounds of a nationwide awareness campaign. Vaccine. 2006 Nov 17;24(47-48):7003-8
  2. Holm MV, Blank PR, Szucs TD. Trends in influenza vaccination coverage rates in Germany over five seasons from 2001 to 2006. BMC Infect Dis. 2007 Dec 10;7:144

Stand: 17.06.2008

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