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Zielgruppeneinstiege

Standardization of healTh Economic Evaluation of vaccInes iN Germany (STEErING)

Projektfinanzierung

Bundesministerium für Gesundheit

Projektleitung

Fachgebiet Impfprävention, Robert Koch-Institut, Berlin

Projektberater

  • Prof. Dr. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen
  • PD Dr. Matthias Perleth, Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Berlin
  • Oliver Damm, Universität Bielefeld

Projektüberblick

Epidemiologische Modellierungen (EM) und Gesund­heits­öko­nomische Eva­lu­a­tionen (GE) von Imp­fungen können unter ande­rem dabei helfen die effi­zien­teste Impf­stra­tegie (z.B. Wahl der zu imp­fenden Alters­gruppen) zu ent­wickeln und er­wei­tern die Evi­denz­basis für Impf­emp­fehlungen. Er­geb­nisse aus EM und GE von Imp­fungen werden in den meisten euro­pä­ischen Län­dern routine­mäßig bei der Er­ar­bei­tung von Impf­emp­feh­lungen berück­sichtigt. Ziel dieses Pro­jek­tes, das von Au­gust 2013 bis März 2016 dau­erte, war es, Me­tho­den für Deutsch­land zu entwickeln,

(i) wie EM und GE unter Berück­sich­tigung von Aspekten des deut­schen Gesund­heits­systems durch­ge­führt werden sollen, damit sie ver­läss­liche Er­geb­nisse generieren und
(ii) wie die Ständigen Impf­kommis­sion (STIKO) Er­geb­nisse aus EM und GE bei der Er­ar­beitung von Impf­emp­fehlungen berück­sichtigen kann, um einer­seits Impf­empfeh­lungen auf eine noch brei­tere Evidenz­basis zu stellen und anderer­seits nicht nur effekt­ive, sondern auch effizienz­orientierte Impf­empfeh­lungen aus­zu­sprechen.

Das Projekt wurde federführend im Fach­gebiet Impf­prävention des RKI, in dem auch die Geschäfts­stelle der STIKO angesiedelt ist, durch­geführt. Unter­stützt wurde das RKI Projekt­team durch drei externe Projekt­berater sowie durch einen regel­mäßigen Aust­ausch mit der STIKO Arbeits­gruppe „Methoden“.

Zu Projektbeginn wurde eine umfassende syste­ma­tische Re­cher­che der wissen­schaft­lichen Lite­ratur durch­ge­führt. Die daraus gene­rierte Evi­denz wurde ver­wen­det, um einen inter­na­tio­nalen Experten­work­shop vor­zu­be­reiten. Auf diesem Work­shop wurden Emp­feh­lungen er­ar­beitet, (a) wie EM und GE nach dem Stand der Wissen­schaft durch­ge­führt werden sollen und (b) wie Er­geb­nisse aus EM und GE bei der Er­ar­bei­tung von Impf­empfeh­lungen gene­rell berück­sichtigt werden können. Die wesent­lichen Aspekte, die auf dem Work­shop disku­tiert und kon­sen­tiert wurden, sind in einer inter­na­tionalen Ver­öf­fent­lichung zusammen­ge­fasst [1].

Auf den Ergebnissen des interna­tionalen Work­shops auf­bauend wurde ein nationales Symposium ab­ge­halten, auf dem Ver­treter rele­vanter Insti­tu­tionen des deut­schen Gesund­heits­systems ver­schie­dene An­sätze disku­tierten, wie die STIKO Er­geb­nisse aus EM und GE in ihrem Ent­schei­dungs­prozess für Impf­emp­feh­lungen in Deutsch­land berück­sichtigen könnte.

Zum Abschluss des Projekts wurde in Ab­stim­mung mit der STIKO ein Methoden­papier erstellt und in ein externes Stellung­nahme­ver­fahren gegeben. Zur Ab­gabe einer Stellung­nahme wurden wissen­schaftliche Fach­gesell­schaften, der Gemein­same Bundes­aus­schuss, das Institut für Quali­tät und Wirt­schaft­lich­keit im Gesund­heits­wesen (IQWiG), die obersten Landes­ge­sund­heits­be­hörden der Bundes­länder und der Verband der for­schen­den Arznei­mittel­her­steller (Ver­tre­ter der Impf­stoff­her­steller) ein­ge­laden. Die aus den ein­ge­gan­genen Stellung­nahmen resul­tie­renden An­passungs­vor­schläge wurden teil­weise im Methoden­papier - End­produkt dieses Projektes – mit dem Titel „Methoden zur Durch­führung und Berück­sich­tigung von Model­lierun­gen zur Vor­her­sage epi­demio­lo­gischer und gesund­heits­öko­nomischer Effekte von Imp­fungen für die Stän­dige Impf­kom­mis­sion“ berück­sichtigt. Im Methoden­papier wurden zu ver­schie­denen Aspekten Vor­gaben formu­liert, die es bei der Er­stel­lung von EM und GE zu be­ach­ten gilt (i). Darüber hinaus wurde be­schrie­ben, welche Daten, Sze­na­rien und Er­geb­nisse generiert und wie diese Er­geb­nisse präsen­tiert werden sollen, damit die STIKO diese in einem infor­mel­len Be­wertungs­prozess berück­sich­tigen kann (ii).

Die STIKO hat auf ihrer 83. Sitzung am 16.03.2016 be­schlos­sen, das Methoden­papier in der Version 1.0 an­zu­nehmen. Darüber hinaus wurde dieses Methoden­papier in der Standard­vor­gehens­weise (SOP) der STIKO verankern, um künftig ggf. EM und GE zu Imp­fun­gen durch­führen zu lassen und Er­geb­nisse daraus bei der Er­ar­bei­tung einer Impf­emp­fehlung zu berück­sichtigen.


Referenzen
[1] Ultsch B, Damm O, Beutels P, Bilcke J, Brüggenjürgen B, Gerber-Grote A, et al. Methods for Health Economic Evaluation of Vaccines and Immunization Decision Frameworks: A Consensus Framework from a European Vaccine Economics Community. PharmacoEconomics. 2015; 34(3):227-44.

Stand: 16.03.2016

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Dr Bernhard Ultsch

Telefon:
+49 (0)30-18754 - 3314

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