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EQuATox - Biologische Toxine im Fokus
Themenschwerpunkt in Toxins veröffentlicht

Biologische Toxine stehen aufgrund ihrer Eigenschaften zwischen klassischen bio­lo­gi­schen und chemischen Agenzien: Sie werden von verschiedenen Or­ga­nis­men (z.B. Pflanzen, Bakterien, Algen) produziert, sind aber selbst nicht in der Lage zu proliferieren. Sie wirken toxisch und ähneln damit chemischen Noxen. Anders als chemische Agenzien üben aber viele biologische Toxine eine en­zy­ma­ti­sche Funk­tion im Körper aus, was ihre Potenz deut­lich erhöht – bio­lo­gi­sche Toxine sind z.T. um mehrere Größen­ord­nun­gen giftiger als klassische che­mi­sche Agenzien. Aus­ge­wählte biologische Toxine sind sowohl im Gesundheits- als auch im Sicher­heits­be­reich relevant, da sie einerseits natür­licher­weise In­toxi­ka­ti­o­nen ver­ur­sa­schen, andererseits als poten­tielle bio­terro­ris­tische Agen­zien ein­ge­stuft werden. Bio­lo­gi­sche Toxine wie Staphy­lo­kok­ken-Entero­toxine (SET), Botu­li­num Neuro­toxine (BoNT) und Saxi­toxin ver­ur­sachen schwere In­toxi­ka­ti­o­nen in Deutsch­land und weltweit, z.B. Lebensmittelvergiftungen durch SET oder Saxi­toxin bzw. Botulismus, ein schweres neurologische Krankheitsbild, verursacht durch BoNT.

Seit den Rizin-Briefen an den US-Präsidenten und andere Entscheidungsträger 2003 und 2013 sind biologische Toxine auch medial in den Fokus gerückt: welt­weit gibt es immer wieder Einzelfälle militanter oder krimineller Grup­pie­run­gen, die versuchen, Rizin auszubringen, um Einzelpersonen oder mittlere Personen­gruppen anzugreifen. Biologische Toxine wie beispielsweise Rizin und Saxi­toxin gehören laut der Chemie­waffen­kon­ven­tion und Bio­waffen­kon­ven­tion zu den verbotenen Substanzen. Unter das Verbot der Biowaffenkonvention fallen auch weitere Toxine wie BoNT und SET.

Vor diesem Hintergrund koordinierte das Robert Koch-Institut von 2012 bis 2014 das EU-Projekt EQuATox (Establishment of Quality Assurance for the Detection of Bio­lo­gi­cal Toxins of Potential Bioterrorism Risk; Link siehe unten). Ziel des Pro­jek­tes war es erstmals, die analytischen Fähigkeiten im Bereich Toxin­de­tek­tion innerhalb Eu­ro­pas und ausgewählten assoziierten Ländern zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurde ein Netz­werk aus 35 Experten­la­boren aus 20 Ländern ins Leben gerufen, das sich intensiv mit Fragen zur Detektion, Variabilität und Funk­ti­o­na­li­tät biologischer Toxine befasste. Wichtiger Aspekt war die Integration vor­han­de­ner Expertise aus dem Gesundheits-, Lebensmittel- und Sicherheitsbereich.

Wesentliche Erkenntnisse des EQuATox-Projekts wurden in der Fachzeitschrift Toxins in insgesamt 11 Beiträgen publiziert (Link siehe unten). Auf Basis der Projekt­er­geb­nisse konnte der Status quo im Bereich Toxindetektion festgestellt und Ver­bes­se­rungs­po­ten­tial aufgezeigt werden. Es wurde gezeigt, dass eine Harmonisierung und Standardisierung aktuell verwendeter Methoden notwendig ist. Außerdem zeigte sich die Notwendigkeit weiterer Forschungsaktivitäten, z.B. im Bereich der Etab­lie­rung forensischer Verfahren und Tierversuchsersatzmethoden.

Stand: 08.12.2015

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