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European Public Health Microbiology Training Programme (EUPHEM)

Seit September 2009 ist das RKI eine Ausbildungsstätte des European Public Health Microbiology Training Programme (EUPHEM). EUPHEM ist eine zweijährige Postgraduiertenausbildung, in der Wissenschaftler mit Erfahrung in der Mikrobiologie und einem großen Interesse an Public Health in bestimmten Kernkompetenzen der "Public-Health-Mikrobiologie" (PHM) weiterqualifiziert werden:

  • PHM-Management und Kommunikation
  • Angewandte Mikrobiologie und Laboruntersuchungen
  • Epidemiologische Untersuchungen (Surveillance und Ausbruchsuntersuchung)
  • Management zur biologischen Sicherheit
  • Qualitätsmanagement
  • Forschung in der angewandten PHM
  • Lehr- und pädagogische Fähigkeiten

Dieses neue Trainingsprogramm wird durch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) koordiniert und gefördert und ist eng mit seinem Schwesterprogramm, dem „European Programme for Intervention Epidemiology Training“ (EPIET), verbunden. Die Weiterqualifizierung ist hauptsächlich an der Praxis orientiert (Projekte) und darauf ausgerichtet, für die Public Health-Mikrobiologie im konkreten Fall die geeigneten Maßnahmen für die Prävention von Infektionskrankheiten zu ermitteln und umzusetzen, z.B. durch Referenzdiagnostik, Surveillance, Bereitschafts- und Reaktionsaktivitäten. Die Teilnehmer arbeiten unter der Aufsicht von erfahrenen Laborspezialisten und Epidemiologen unserer Institution und kooperieren unter anderem auch mit Teilnehmern der vom RKI angebotenen Postgraduiertenausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE, Link siehe unten).

Hintergrund der Ausbildung

Public Health-Mikrobiologie ist eine Querschnittsdisziplin, die die Mikrobiologie in allen relevanten Bereichen für Menschen, Tiere, Nahrungsmittel, Wasser und Umwelt umfasst, wobei der Fokus auf die Gesundheit und Krankheitsprävention für den Menschen gerichtet ist. Mikrobiologische Labore im öffentlichen Gesundheitsdienst spielen eine zentrale Rolle bei der Erkennung und Überwachung (Surveillance) sowie Einleitung geeigneter Maßnahmen für die Eindämmung von Infektionskrankheiten. Darüber hinaus bieten sie wissenschaftliche Beratung zur Verhütung und Bekämpfung ansteckender Krankheiten. Die Bereitschaft zur Reaktion auf Bedrohungen durch neue sowie bekannte Infektionskrankheiten erfordert eine nachhaltige Infrastruktur in Europa, die in der Lage ist, die Erkennung, Diagnose und Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu bewerkstelligen, einschließlich der Gestaltung von Präventions-, Therapie- und Infektionskontrollmaßnahmen. Ein breites Spektrum an Fachwissen, einschließlich der Epidemiologie und der Public Health-Mikrobiologie, ist erforderlich, um diese Anforderungen zu erfüllen.

PHM generiert Transferwissen zu den wichtigsten übertragbaren Krankheiten und erbringt Übersetzungsleistungen vom wissenschaftlichen System in das Anwendersystem auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Die hierzu notwendige Expertise kann dazu verwendet werden, eine schnelle Reaktion bei auftretenden Gefahrenlagen zu gewährleisten. Ebenfalls wird dadurch die Planung geeigneter Präventionsstrategien, die Beurteilung bestehender Präventionsmaßnahmen, die Erarbeitung von mikrobiologischen Richtlinien, die Entwicklung und Beurteilung diagnostischer Tests, die Risikobewertung von Mikroorganismen und deren Produkten erleichtert. PHM liefert wichtige Informationen zur Beratung der Politik und Fachöffentlichkeit aus der mikrobiologischen Perspektive.

Inhalt und Aufbau des Programms

Das EUPHEM-Programm wird vom ECDC durch ein Stipendium für die Teilnehmer finanziert. Neben der praxisorientierten Ausbildung wird theoretisches Wissen über verschiedene Trainingsmodule und Kurse vermittelt, von denen einige obligatorisch und andere optional sind. Der größte Teil dieser Module wird in Zusammenarbeit mit dem EPIET-Programm angeboten und findet in verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union statt. Weitere labororientierte Schulungen werden anhand einer Kompetenzauswertung (skills assessment) der Fellows ausgewählt.

RKI-Pflichtmodule gemeinsam mit epidemiologischen Fellows aus PAE und EPIET

  • Einführungswoche (1 Woche)
  • Labormodul (1 Woche)

Aktuelle EUPHEM-Pflichtmodule

  • EPIET/EUPHEM Introductory Course (3 Wochen)
  • Computer tools in outbreak investigation (5 Tage)
  • Vaccinology (5 Tage)
  • Biorisk management and Quality control/Quality management (5 Tage)
  • Outbreak management and leadership/teamwork (5 Tage)
  • Project review (2 x 5 Tage)

Zusätzlich sollen sich die Teilnehmer für eines der folgenden aktuell vier Wahlpflichtmodule entscheiden:

  • Multivariable analysis (5 Tage)
  • Rapid assessment of complex emergency situations and mass gathering (5 Tage)
  • Communication and scientific writing (5 Tage)
  • Virus Discovery in the Clinical Setting (5 Tage)

Die Ergebnisse der Arbeiten werden auf der jährlich stattfindenden European Scientific Conference on Applied Infectious Disease Epidemiology (ESCAIDE) vorgestellt.

Auswahlkriterien

Die Weiterqualifizierung richtet sich an EU-Bürger, die

  • eine abgeschlossene postsekundäre Ausbildung (Diplom/Master) im Bereich der Mikrobiologie oder einer verwandten Fachrichtung (Medizin, Veterinärmedizin, Pharmakologie, Biomedizin), mit mindestens drei Jahren Erfahrung in der Mikrobiologie (irgendeiner mikrobiologischen Disziplin) besitzen oder
  • eine postsekundäre Ausbildung (Diplom/Master) und einen Doktortitel in Mikrobiologie oder gleichwertigen Abschluß (klinischer Mikrobiologiespezialist) besitzen,
  • frühere Erfahrungen im öffentlichen Gesundheitsdienst und ein starkes Interesse an der Epidemiologie sind erforderlich.

Fellows werden unter den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der EWR-Staaten ausgewählt. Zu den Auswahlkriterien zählen neben den beruflichen auch persönliche Eigenschaften. Diese werden durch das ECDC unter Beratung mit dem EUPHEM-Training-Forum definiert und in Form einer Ausschreibung erörtert. Die Ausbildungsplätze und Stipendien werden jährlich auf der ECDC-Internetseite ausgeschrieben. Ein EUPHEM-Auswahlkommittee wird durch den Direktor des ECDC ernannt und umfasst die EUPHEM und EPIET Hauptkoordinatoren und Vertreter der aktuellen europäischen Ausbildungsstätten für das EUPHEM-Programm.

Es wird erwartet, dass die Bewerber bereit sind, nach Ende der Qualifikation im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im In- oder Ausland zu arbeiten.

Ansprechpartner für EUPHEM am RKI:

Prof. Dr. Matthias Niedrig
Telefon: +49 (0)30 18754-2370

Stand: 08.01.2014

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