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Information für Ärzte zu den diagnostischen Möglichkeiten in Bezug auf das neue Bornavirus bei Personen mit Kontakt zu Bunthörnchen

Nach dem Auftreten von tödlich verlaufenden Enzephalitiden bei drei Haltern von Bunthörnchen (Sciurus variegatoides) in Sachsen‐Anhalt zwischen 2011 und 2014 wurde nach umfangreichen molekularbiologischen und immunhistochemischen Untersuchungen der Patienten und eines Bunthörnchens ein neuartiges Bornavirus im Zentralnervensystem entdeckt. Nach den bisherigen Erkenntnissen unterscheidet sich das neue Virus deutlich von den bisher bekannten Bornaviren.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob es sich dabei um Einzelfälle handelt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Erkrankungen der drei Bunthörnchen‐Halter durch Übertragungen des neuartigen Bornavirus von infizierten Tieren verursacht wurden. Der Übertragungsweg ist bisher unbekannt, allerdings erscheinen Biss- oder Kratzverletzungen als wahrscheinliche Möglichkeit. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit und das Robert Koch-Institut in Berlin arbeiten mit den zuständigen lokalen und Landes-Veterinär- und Gesundheitsbehörden zusammen, um den Sachverhalt weiter aufzuklären.

Zur Abklärung akuter unklarer Enzephalitiden stehen am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg molekular­biologische Nachweis­methoden (real time-PCRs auf das neuartige Bornavirus) aus Liquor und Hirngewebe zur Verfügung, wenn voraus­ge­gangene Unter­suchungen keinen Hin­weis auf einen bekannten infektiösen Erreger erbracht haben.

Zusätzlich steht ab sofort am Bernhard-Nocht-Institut auch ein serologischer Test für nicht-akut Erkrankte zur Verfügung, um einen etwaigen vorausgegangenen Kontakt zu dem neuartigen Virus abzuklären.

Die serologische Untersuchung folgender Personengruppen erfolgt dabei kostenfrei:

  • Halter von Bunthörnchen (aktuell oder früher)
  • Haushaltsangehörige von Haltern von Bunthörnchen (Zeitraum, in der die Haltung bestand)
  • Tierpfleger mit direktem Bezug zu Bunthörnchen, beispielsweise in Tierparks

Bitte nutzen Sie zur Anforderung die vorbereiteten Einsendescheine (Link siehe unten). Die Art des Kontaktes zu Bunthörnchen sollte unbedingt mit angegeben werden, um eine Interpretation der Ergebnisse zu ermöglichen. Serologisch-positiv getestete Personen werden von ärztlichen Kollegen des Bernhard-Nocht-Instituts kontaktiert und das weitere Vorgehen besprochen.

Ansprechpartner Diagnostik neues Bornavirus am Bernhard-Nocht-Institut:

Bis zum Vorliegen weiterer Erkenntnisse sollte vorbeugend der direkte Kontakt zu Bunthörnchen vermieden werden. Bei kranken oder mit unklarer Ursache verstorbenen Bunthörnchen sollten Tierhalter ihren Tierarzt informieren, der gegebenenfalls weitere Untersuchungen einleiten kann. Weder das Robert Koch-Institut noch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin führt Untersuchungen von Tieren durch. Für die Untersuchung von Tieren wenden Sie sich bitte an ihr zuständiges lokales Veterinäramt bzw. an das Friedrich-Loeffler-Institut (Ansprechpartner: Dr. Bernd Hoffmann, E-Mail: bernd.hoffmann@fli.bund.de).

Stand: 10.04.2015

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