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STI-Outreach-Studie - Prävalenz von genitalen Chlamydien-, Gonokokken- und Trichomonas-Infektionen bei Sexarbeiter/innen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin

Ansprechpartner: Dr. Klaus Jansen

Sexarbeiter/innen sind aufgrund ihrer Tätigkeit einem höheren Risiko ausgesetzt, sich mit STI zu infizieren. Dabei können STI sowohl von Freiern als auch von den privaten Sexpartnern übertragen werden. Angst vor Stigmatisierung, ein ungeklärter Aufenthaltsstatus und/oder die eine fehlende Krankenversicherung können dazu führen, dass viele der Sexarbeiter/innen von Angeboten der Regelversorgung nicht erreicht werden. Gerade bei Personen, die keinen oder selten Zugang zur ärztlichen Versorgung haben, ist zu vermuten, dass die Prävalenz von STI hoch ist. Damit besteht auch ein Risiko für Folgeerkrankungen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im Jahre 2010/2011 eine Studie zu Sexarbeiterinnen in den STI-Beratungsstellen der Gesundheitsämter durchgeführt. Dabei variierte die Prävalenz von STI stark zwischen den teilnehmenden Gesundheitsämtern und lag insgesamt eher niedrig. Eine wichtige Erklärung dafür könnte sein, dass die Beratungsstellen die Frauen in unterschiedlichem Maße erreichen.

Daten zu STI-Prävalenzen und zugehörigen Risikofaktoren bei Sexarbeiter/innen, die etwa aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, eines geringen Bildungsstandes oder häufig fehlender Krankenversicherung nicht selbstständig den Weg zu bestehenden Versorgungsangeboten finden, sondern nur durch aufsuchende Arbeit (Outreach) zu erreichen sind, liegen für Deutschland so gut wie nicht vor. Gerade für diese Gruppe ist allerdings zu vermuten, dass aufgrund der genannten Lebensbedingungen STI-Prävalenzen höher liegen als für Sexarbeiter/innen, die selbstständig den Weg zum gesundheitlichen Versorgungssystem gefunden haben. Im Rahmen der STI-Outreach-Studie sollten die Prävalenzen von Chlamydien, Gonorrhö und Trichomonaden sowie zugehörige Risikofaktoren in dieser Personengruppe bestimmt werden.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Konsiliarlabor des RKI für Syphilis (Labor Krone) sowie mit Gesundheitsämtern und weiteren im Bereich Sexarbeit tätigen Einrichtungen in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Stand: 27.05.2015

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