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Diagnostik von SARS-Verdachtsfällen
(SARS-Virus-Diagnostik)

Probenmaterial

Folgendes Material sollte bei SARS-Verdachtsfällen für die Erregerdiagnostik gewonnen werden:

  • Sputum (wenn produziert, aber kein Speichel)
  • Wurde bereits eine Bronchiallavage vorgenommen, so sollte dieses Materialbevorzugt zur Verfügung gestellt werden.
  • Nasopharynxaspirat
  • EDTA-Blut
  • erum (initial und im Verlauf zum Nachweis der Konversion und Titerkontrolle)
  • Stuhlprobe (positiv erst einige Tage nach Krankheitsbeginn)

Ebenfalls geeignet sind

  • Rachenspülwasser
  • Nasenspülflüssigkeit oder Nasenabstrich (weniger geeignet)

Wichtiger Hinweis: Die nicht korrekte Gewinnung von Proben kann zu falsch negativen Ergebnissen führen. Deswegen sollte die Probengewinnung von geschultem Personal unter strikter Einhaltung der zu beachtenden hygienischen Aspekte (siehe Krankenhaushygienische Aspekte; Informationen zu SARS) erfolgen. Bei Bronchoskopie und Sputumgewinnung müssen ein eng anliegender Atemschutz FFP3 und eine Schutzbrille getragen werden.


Das Probenmaterial kann an folgende Institutionen versandt werden:

Zum Nachweis des SARS-Coronavirus (SARS-CoV) können die Proben unter anderem an die unten aufgeführten Labore und Institute gesandt werden. Darüber hinaus bietet das Robert Koch-Institut zur Ausschlussdiagnostik auch Untersuchungen zum Nachweis von Influenza- und RS-Viren an. Eine weiterführende Diagnostik für andere respiratorische Viren bleibt Einzelfällen vorbehalten. Zum Nachweis des SARS-CoV stehen neben klassischen Systemen (nested RT-PCR) auch „real time“ Verfahren (LightCycler, TaqMan) zur Verfügung. In-house-Teste sollten weniger als 1000 Genomkopien nachweisen. Zur Validierung des eigenen Testsystems soll ein evaluierter Test eingesetzt werden (z.B.RealArtTM HPACoronavirus“ der Firma Artus, Hamburg). Sowohl bei positiven als auch bei negativen Testergebnissen ist eine Interpretation der Ergebnisse notwendig. Ein negatives PCR-Resultat bedeutet nicht, dass damit der SARS-Erreger ausgeschlossen werden kann. Zu berücksichtigen sind insbesondere die Qualität des Probenmaterials und der Zeitpunkt der Abnahme nach Exposition oder nach Beginn der Symptome. Daher sollten die Einsender bei Verdachtsfällen eine weitere Probennahme für den Virus- bzw. Antikörpernachweis mit dem Labor besprechen.


Positive PCR für SARS-CoV

Ein positives PCR-Ergebnis sollte wie folgt bestätigt werden:

  • Untersuchung mindestens zwei verschiedener klinischer Materialien (z.B. Nasen-Rachen-Abstrich und Stuhl) ODER
  • Untersuchung einer Folgeprobe, die zu einem späteren Zeitpunkt während des Krankheitsverlaufs entnommen wurde (z.B. aufeinander folgende Nasen- Rachen-Aspirate) ODER
  • Untersuchung mindestens zweier zeitlich unabhängiger Nukleinsäureextraktionen aus dem selben klinischen Material.
  • Intermediäre Ergebnisse sind generell durch serologische Untersuchungen abzuklären (Akut- und Rekonvaleszenzserum).
  • Auch einem positiven PCR-Befund sollten immer Untersuchungen zum serologischen Nachweis einer SARS-CoV-Infektion folgen.

Kommerzielle Testsysteme zum serologischen Nachweis einer SARS-CoV-Infektion stehen ebenfalls zur Verfügung. Ein initial positiver Antikörpernachweis muss durch eine weitere unabhängige Serumprobe bestätigt werden.


Serokonversion im ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) oder IFA (Immunofluorescence assay):

  • Ein negativer Antikörpertest in Serum aus der Akutphase gefolgt von einem positiven Antikörpertest in Serum aus der Genesungsphase bei paralleler Testung ODER
  • Mindestens vierfacher Titeranstieg zwischen Seren aus der Akut- und Genesungsphase bei paralleler Testung.

Ein positiver Nachweis einer Infektion mit dem SARS-CoV sollte darüber hinaus in jedem Falle von einer der vier unten aufgeführten Institutionen bestätigt werden.

Der Versand sollte entsprechend den Verpackungsrichtlinien erfolgen. (siehe Hinweise zum Transport von Proben). Vor Absenden der Proben ist eine telefonische Anmeldung beim Labor notwendig. Beim Umgang mit Probenmaterial von Patienten mit SARS-Verdacht müssen die empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden (siehe Empfehlungen zum Umgang mit Probenmaterial).


Ansprechpartner:


Prof. Dr. H. Schmitz
Bernhard-Nocht-Institut f. Tropenmedizin
Abt. Virologie
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel.: 040 - 42818-460
Fax: 040 - 42818-378
E-Mail: Schmitz@bni-hamburg.de


Prof. Dr. H.-D. Klenk
Institut für Virologie
Philipps Universität Marburg
Robert-Koch-Straße 17
35037 Marburg
Tel.: 06421 - 286 62 53/54
Fax: 06421 - 28 89 62
E-Mail: klenk@mailer.uni-marburg.de


Dr. B. Schweiger
Prof. Dr. G. Pauli
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: 030 - 18754-2456/2205/2310
Fax: 030 - 18754-2605
E-Mail:


Prof. Dr. H. W. Doerr
Institut für Medizinische Virologie
der Universität Frankfurt am Main
Paul-Ehrlich-Straße 40
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 6301-5219
Fax: 069 - 6301-6477
E-Mail: h.w.doerr@em.uni-frankfurt.de

Stand: 19.09.2003

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