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Talaromyces marneffei- (syn. Penicillium marneffei-) Mykose

  • Erreger:
    Talaromyces marneffei (ehemals Penicillium marneffei) dimorpher Pilz
  • Verbreitung:
    Südost-Asien, v.a. Nord-Thailand, Süd-China, Hong Kong, Vietnam, Indonesien, Singapur und Myanmar (ehemals Burma). Das einzige, bislang bekannte, natürliche Reservoir sind Bambusratten.
  • Infektionsweg:
    Per inhalationem; eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheidet als Infektionsweg nahezu aus.
  • Inkubationszeit:
    unklar, wahrscheinlich Tage bis wenige Wochen
  • Symptomatik:
    Bei Immunkompetenz klinisch inapparenter Verlauf, jedoch wurden vereinzelt Infektionen (v.a. Pneumonien) bei Kindern ohne prädisponierendes Grundleiden beobachtet. In erster Linie bei Immunsuppression kann es zur Dissemination mit Fieber, Hepatosplenomegalie, Anämie und Gewichtsverlust kommen. Bei 2/3 dieser Patienten kommt es zur Hautmanifestation mit Mollusca contagiosa-ähnlichen Tumoren.

    Mykosen durch Talaromyces marneffei gehören zu den AIDS-definierenden Erkrankungen und sind in Thailand bei HIV-Infizierten die dritthäufigste Infektionskrankheit nach der Tuberkulose und Kryptokokkose. In Europa werden T. marneffei-Mykosen überwiegend bei Personen mit HIV-Infektion ohne HAART-Therapie beobachtet.

  • Diagnostik:
    Kultur: In Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik: kultureller Erregernachweis aus dem Respirationstrakt, aus Blutkulturen, Knochenmarksbiopsaten, Hautbiopsien u.a.; Penicillium marneffei ist auf herkömmlichen Pilznährböden innerhalb weniger Tage anzüchtbar.
    Histologie: Histologie: intrazellulär hefeähnliche Zellen, die z.T. eine Querteilung ("fission") erkennen lassen.
    Serologie: Kommerzielle Verfahren zum Antigen- bzw. Antikörpernachweis stehen nicht zur Verfügung; ein Antikörpernachweis mittels Immundiffusion oder Western blot ist möglich und auch bei HIV-Infektion u.U. positiv.
  • Therapie:
    Gutes Ansprechen auf Amphotericin B, Itraconazol oder andere Triazol-Antimykotika.
  • Prophylaxe, Immunität:
    Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich. An der Entwicklung eines Impfstoffes wird gearbeitet.
  • Differentialdiagnose:
    Histoplasmose, Tuberkulose, Kryptokokkose
  • Gesetzliche Regelungen:
    Keine Meldepflicht; T. marneffei ist der Risikogruppe 2 zuzuordnen.

Stand: 10.04.2015

Ausgewählte Publikationen

  • Lo Y, Tintelnot K, Lippert U, Hoppe T (2000): Disseminated Penicillium marneffei infection in an African AIDS patient.
    Tr. Royal Soc. Trop. Med. Hyg. 94 (2): 187. mehr

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