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Blastomykose

  • Erreger:
    Blastomyces dermatitidis (teleomorph: Ajellomyces dermatitidis), dimorpher Pilz
  • Verbreitung:
    USA (ähnlich den Endemiegebieten von Histoplasma capsulatum), Kanada, Lateinamerika, sporadisch in Afrika (Demokratische Republik Kongo, Tansania, Südafrika), Indien, Israel, Saudi-Arabien. Aufgrund der Verbreitung des Erregers ist die Bezeichnung "nordamerikanische Blastomykose" obsolet.
  • Infektionsweg:
    Inhalation von sporenhaltigem Staub. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheidet als Infektionsweg nahezu aus.
  • Inkubationszeit:
    wenige Wochen bis Monate
  • Symptomatik:
    Die Blastomykose manifestiert sich meist primär in der Lunge oder in der Haut. Die pulmonale Symptomatik kann als akute Erkrankung mit Fieber, Husten, Dyspnoe, Nachtschweiß und pulmonalen Infiltraten verlaufen. Die Symptomatik ist nach 1 bis 3 Wochen meist spontan rückläufig. Bei einem Teil der Patienten folgt auf die pulmonale eine extrapulmonale Manifestationen. Die Blastomykose kann auch einen chronischen Verlauf mit schleichendem Beginn haben. Da die pulmonale Symptomatik hierbei meist sehr milde verläuft, hat sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung häufig bereits extrapulmonal manifestiert. Eine Streuung erfolgt häufig in die Haut, seltener ins Skelett unter Ausbildung einer Osteomyelitis, ins Zentrale Nervensystem (ZNS), die Prostata oder Nebenhoden. Die meist im Gesicht oder an den Unterarmen und Händen lokalisierten Hautläsionen beginnen als erythematöse Papeln, die verschorfen, ulzerieren oder sich verrukös verändern. Mit fortschreitender Erkrankung beklagen die Patienten allgemeines Schwächegefühl, Gewichtsverlust und subfebrile Temperaturen. Aus pulmonalen Infiltraten können sich Kavernen bilden. Zerebrale Läsionen können zu entsprechenden neurologischen Herdsymptomen führen. Unbehandelt verläuft diese Form der Blastomykose letal.
  • Diagnostik:
    Erregernachweis im Direktpräparat und Anzüchtung aus Sputum, BAL, Biopsaten. Gensonden, PCR und Sequenzierung können den Erregernachweis beschleunigen.
    Histologie: Granulomatöse Veränderungen mit Riesenzellen, die unterschiedlich große, breitbasig sprossende Hefezellen enthalten.
    Serologie: Antigen- und Antikörpernachweisverfahren sind unzuverlässig und stehen zur Zeit nicht zur Verfügung.
  • Therapie:
    Itraconazol ist Mittel der Wahl; bei lebensbedrohlicher Infektion initial Amphotericin B, anschließend Itraconazol.
  • Prophylaxe, Immunität:
    Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich.
  • Differentialdiagnose:
    Infektionen durch andere Erreger außereuropäischer Systemmykosen, Kryptokokkose, Tuberkulose.
  • Gesetzliche Regelungen:
    Keine Meldepflicht; Blastomyces dermatitidis gehört jedoch zur Risikogruppe 3

Stand: 10.04.2015

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