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Neues internationales Graduiertenkolleg zur Malaria zwischen Berlin und Canberra wird durch die DFG gefördert – auch am RKI

Malaria, eine durch den einzelligen Parasiten Plasmodium spp. verursachte Infektion, ist immer noch eine der wichtigsten durch Stechmücken übertragene tropische Erkrankung. Obwohl in den letzten Jahren große Fortschritte sowohl bei der Behandlung durch neue Medikamente, der Entwicklung eines ersten Impfstoffs, sowie der Bekämpfung der Übertragung durch Moskitos erreicht wurden, sterben daran jährlich immer noch mehr als 400,000 Infizierte, vorwiegend Kinder unter 5 Jahren. Entsprechend werden weiterhin große Anstrengungen weltweit unternommen, mittels Grundlagenforschung und Schwerpunkten in den genannten Gebieten dazu beizutragen, dem Ziel der "Roll Back Malaria Partnership", bis 2030 die Erreger der Malaria weitestgehend zu eliminieren und die Krankheitslast drastisch zu dezimieren, entscheidend näher zu kommen.

Dazu wird auch die International Research Training Group "Crossing Boundaries: Molecular Interactions in Malaria" (IRTG 2290) mitbeitragen, das von der DFG ab September 2017 gefördert wird. Unter Führung der Humboldt Universität (Sprecher Prof. Kai Matuschewski) wird ein Konsortium von 11 Gruppen in Berlin mit Beteiligung der Charité und des RKI zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Australian National University (ANU) in Canberra Fragen zu den folgenden Themengebieten bearbeiten: Metabolismus und Nährstoffaufnahme des Parasiten; Parasitengenetik und Adaptationen auf eine Wirtsantwort; Immunantworten Infizierter, sowie Genetik des Wirtes und seiner Antworten auf eine Infektion. Insgesamt 19 Promotionsprojekte werden gefördert; 11 davon in Berlin durch die DFG und 8 in Canberra durch die ANU. Die Projekte werden jeweils von Partnern in Berlin und Canberra gemeinsam betreut. Die Promovierenden werden dabei im Laufe ihrer Dissertation ein ganzes Jahr im jeweils anderen Land arbeiten und dadurch auch die Möglichkeit haben, einen "PhD" an beiden Institutionen zu erwerben.

Das RKI ist mit einem Projekt aus Fachgebiet16 (Erreger von Pilz- und Parasiteninfektionen und Mykobakteriosen) beteiligt. Hier sollen die experimentellen Vorteile des zu den Malariaerregern nahe verwandten und in meiner Arbeitsgruppe bearbeiteten Parasiten Toxoplasma gondii ausgenutzt werden, um unter dem Titel "Dissecting the distinct metabolic roles of the ferredoxin redox system" Rolle und Bedeutung des Ferredoxin Redoxsystems zu untersuchen. In Kooperation mit den australischen Partnern Christina Spry, Kevin Saliba und Alexander Maier ermöglicht es die Förderung, diese Forschung weiter zu führen, für die in einer vom RKI finanzierten Dissertation zuvor bereits Grundlagen geschaffen werden konnten. Das Ferredoxin-abhängige Redoxsystem ist für das Überleben der Parasiten essentiell. Bei Plasmodium wird ein Zusammenhang mit der Resistenzentwicklung gegen Artemisinin-basierte Anti-Malariamittel diskutiert. Durch molekulargenetische, biochemische und biophysikalische Methoden soll dieser Zusammenhang überprüft und das Ferredoxin-Redoxsystem als neuer Angriffspunkt für künftige Medikamente untersucht werden.

Stand: 12.07.2017

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