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Ausbruch von Listeriose in Deutschland und Österreich - Update

Wie bereits in der Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins der letzten Woche berichtet wurde, ist in Deutschland und Österreich ein Listeriose-Ausbruch bekannt geworden, der mit dem Verzehr eines in Österreich hergestellten, kontaminierten Käses (Harzer Käse) in Verbindung gebracht wird. Die betroffenen Produkte sind am 23.01.2010 vom Markt genommen worden; vor deren Verzehr wurde von dem Unternehmen, das den Käse in Deutschland in Verkehr gebracht hatte, öffentlich gewarnt.

Aktuell (Stand: 25.02.2010) werden dem Ausbruch in Österreich 21 Fälle (davon 9 im Jahr 2010) und in Deutschland 8 Fälle (6 im Jahr 2010) aus vier Bundesländern zugerechnet. Acht Patienten verstarben, darunter 3 aus Deutschland. Damit hat sich in Deutschland seit letzter Woche (s. Epid. Bull. 7/10) die Zahl der Fälle, die dem Ausbruch zugerechnet werden, um 2 erhöht (darunter ein Todesfall). Das jüngste Erkrankungsdatum eines Patienten (Todesfall) in Deutschland ist der 11.02.2010.
In diesem Ausbruch werden als Fälle Personen mit nachgewiesener Listerien-Infektion (Serovar 1/2a) seit Juni 2009 angesehen, deren Isolat ein identisches DNA-Bandenmuster in der Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE) zum Bandenmuster eines der drei aus dem Käse gewonnenen Isolate (Ausbruchsmuster) aufweist.

Da bei der Listeriose Krankheitserscheinungen 3 bis 70 Tage nach Erregeraufnahme auftreten (geschätzter Median der Inkubationszeit etwa 3 Wochen), kann nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt noch weitere Listeriosen in Zusammenhang mit dem Ausbruch auftreten. Das RKI bittet daher die Gesundheitsämter weiterhin um die Befragung aktueller Listeriose-Patienten (oder ihrer Angehörigen) sowie um Stamm-Asservierung und -Weiterleitung an das Nationale Referenzzentrum für Salmonellen und andere Enteritiserreger (RKI, Standort Wernigerode), oder an das binationale Konsiliarlabor für Listerien, angesiedelt an der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien.

Ansprechpartner am RKI:
Epidemiologie: Dr. Dirk Werber, Abteilung für Infektionsepidemiologie, Fachgebiet für gastroenterologische Infektionen, Zoonosen und tropische Infektionen (E-Mail: Dr. Dirk Werber).

Molekulare Subtypisierung: Dr. Rita Prager, Nationales Referenzzentrum für Salmonellen und andere bakterielle Enteritiserreger, Abteilung für Infektionskrankheiten, Fachgebiet für bakterielle Infektionen (E-Mail: Dr. Rita Prager)

Ansprechpartner am binationalen Konsiliarlabor für Listerien:
Dr. Ulrich Sagel, Institut für Med. Mikrobiologie und Hygiene Wien der AGES (E-Mail: ulrich.sagel@ages.at).

Stand: 25.02.2010

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