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Situation in Deutschland - 04.12.2009

Zur Einschätzung der Situation verweisen wir auf den Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza: http://influenza.rki.de/. Dieser wird zukünftig den hier bislang veröffentlichten Situationsbericht ersetzen. Mit dem Situationsbericht werden wir an dieser Stelle informieren, wenn es tagesaktuelle wichtige neue Informationen gibt.

Zu den Berichten über Mutationen des Virus

(30. November 2009) Aus Frankreich werden zwei Fälle von Mutationen des Virus berichtet, die mit Resistenzen gegen Oseltamivir assoziiert sind. In einem Fall wurde das resistente Virus aus einem 17-jährigen Mädchen isoliert. Ein zweiter Fall betraf einen 26 Jahre alten Mann. Das isolierte Virus des ersten Falles wies je eine Aminosäure-Veränderung im HA- und NA-Gen auf. Eine der Mutationen, die auch beim zweiten Fall aufgetreten war, war auch bei den Fällen in Norwegen beobachtet worden. Das europäische Centre for Disease Prevention and Control ECDC sieht in seinem Report vom 30. November 2009 keine Hinweise für eine Weitergabe der Mutationen. Die Untersuchungen der Fälle dauern an.

(23. November 2009) Kürzlich gab es Berichte über beobachtete Mutationen des Virus in Norwegen und Großbritannien.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt in ihrer "Briefing Note 17" vom 20. November 2009, dass die Mutationen in Norwegen Einzelfälle sind und sich nicht im Land verbreitet haben. Es ist auch offen, ob mit der Mutation wirklich ein schwererer Verlauf einhergeht, es gibt zahlreiche tödliche Verläufe ohne diese Mutation. Diese Mutation ist auch nicht neu und wurde schon Ende April erstmals nachgewiesen und trat seither immer mal wieder auf. Die Mutation wurde auch bei einigen milden Krankheitsverläufen entdeckt. Die WHO schreibt im vorletzten Absatzes ihrer Briefing Note: "Auch wenn weitere Untersuchungen im Gange sind gibt es derzeit keinen Beleg, dass diese Mutation zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Infektionen oder einer größeren Zahl schwerer oder tödlicher Verläufe führt". Das Virus mit dieser Mutation bleibt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation empfänglich gegenüber den antiviralen Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir, und Studien zeigen, dass die verfügbaren Impfstoffe Schutz dagegen verleihen.

Aus Großbritannien berichtet die staatliche Gesundheitsagentur Health Protection Agency in einem Statement vom 20. November 2009 über eine mögliche Übertragung von Influenzaviren, die gegen Oseltamivir resistent sind. Es handelt sich um neun bestätigte Neue Grippe A/H1N Fälle in einem Hospital in Wales, davon sind fünf Fälle resistent gegenüber Oseltamivir (aber noch empfänglich - sensitiv - gegen das zweite antivirale Medikament Zanamivir). Einer ist empfänglich (sensitiv), für drei ist der Resistenzstatus noch unklar. Das Virus ist in einer Gruppe besonders vulnerabler Personen auftetreten, immunsupprimierte Personen, für die das Auftreten einer solchen Oseltamivirresistenz bereits gut dokumentiert ist. Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation von rund 60 solcher Resistenzen berichtet, bei dem Vorfall in Großbritannien würde es sich um den ersten Fall handeln, bei dem ein neues resistentes Virus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Die britische Health Protection Agency hält die Mensch zu Mensch Übertragung für wahrscheinlich. Es gibt aber keine Belege, dass die resistenten Viren virulenter sind als andere Influenzavirusstämme. Die Agency hält das allgemeine Risiko für die Bevölkerung daher für gering. Von saisonalen H1N1-Influenzaviren ist allerdings bekannt, dass sich Oseltamivirresistenzen weit verbreiten können.

Die Funde in Norwegen und Großbritannien unterstreichen die Bedeutung einer intensiven Überwachung der zirkulierenden Viren und die Bedeutung der Impfung für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Stand: 04.12.2009

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