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Situation in Deutschland - 01.12.2009

Zur Einschätzung der Situation verweisen wir auf den Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza: https://influenza.rki.de/. Dieser wird zukünftig den hier bislang veröffentlichten Situationsbericht ersetzen. Mit dem Situationsbericht werden wir an dieser Stelle informieren, wenn es tagesaktuelle wichtige neue Informationen gibt.

An das RKI übermittelte Todesfälle*, Stand: 27. November 2009, 15.00 Uhr

NummerBundeslandverstorben Wocheverstorben JahrAlterRisikofaktoren vorhanden
1Baden-Württemberg43200965Ja
2Baden-Württemberg45200952Ja
3Baden-Württemberg48200956Ja
4Bayern4120095Ja
5Bayern44200916Ja
6Bayern4420090Ja
7Bayern45200952Ja
8Bayern45200933Ja
9Bayern46200963Ja
10Bayern46200911Ja
11Bayern46200957Ja
12Bayern46200918Ja
13Bayern46200957unbekannt
14Bayern47200915Ja
15Bayern47200977Ja
16Bayern47200959nein
17Berlin45200940unbekannt
18Berlin47200974Ja
19Brandenburg47200956Ja
20Bremen47200931Ja
21Hessen45200915nein
22Hessen47200948Ja
23Hessen47200921Ja
24Hessen48200973Ja
25Mecklenburg-Vorpommern47200951Ja
26Mecklenburg-Vorpommern47200956Ja
27Niedersachsen46200957Ja
28Niedersachsen47200911Ja
29Niedersachsen47200952Ja
30Niedersachsen48200959nein
31Niedersachsen4820090Ja
32Niedersachsen48200947nein
33Nordrhein-Westfalen39200936Ja
34Nordrhein-Westfalen44200948Ja
35Nordrhein-Westfalen45200955Ja
36Nordrhein-Westfalen45200948Ja
37Nordrhein-Westfalen46200912Ja
38Nordrhein-Westfalen46200924Ja
39Nordrhein-Westfalen46200932Ja
40Nordrhein-Westfalen46200971Ja
41Nordrhein-Westfalen46200948nein
42Nordrhein-Westfalen46200933Ja
43Nordrhein-Westfalen46200925Ja
44Nordrhein-Westfalen46200910Ja
45Nordrhein-Westfalen46200940nein
46Nordrhein-Westfalen46200961Ja
47Nordrhein-Westfalen46200917Ja
48Nordrhein-Westfalen4720091Ja
49Nordrhein-Westfalen47200952Ja
50Nordrhein-Westfalen47200917Ja
51Nordrhein-Westfalen47200953Ja
52Nordrhein-Westfalen48200967Ja
53Nordrhein-Westfalen48200932Ja
54Rheinland-Pfalz44200928Ja
55Rheinland-Pfalz4720098nein
56Rheinland-Pfalz48200915Ja
57Saarland4420095Ja
58Sachsen46200945nein
59Schleswig-Holstein47200983Ja
60Thüringen47200943unbekannt
61Thüringen47200944Ja

*Aufgeführt sind Todesfälle, die dem RKI über den Meldeweg übermittelt wurden. Es kann zu Unterschieden im Vergleich mit anderen Quellen kommen. Auch können sich Informationen im Laufe der Untersuchungen noch verändern.

Bei Todesfällen im Verlauf einer Erkrankung durch die Neue Influenza A/H1N1 hat die akute Infektion in den meisten Fällen einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf. Dies gilt auch und insbesondere bei Patienten mit chronischen Grundkrankheiten, da hier Mechanismen zur Kompensation der Folgen einer Influenza-Erkrankung (z.B. einer akuten Herz-Kreislaufbelastung durch hohes Fieber) geringer verfügbar sind. Konkret heist das, dass die Patienten in den allermeisten Fällen nicht an der Grundkrankheit, sondern den Folgen der Influenza-Erkrankung oder deren Komplikationen (z.B. Pneumonie) sterben. Dass heißt, da ein kausaler Zusammenhang zwischen Influenza-Infektion und Tod nicht immer nachgewiesen werden kann, gilt aus epidemiologischer Sicht ein Todesfall, bei dem während des Krankheitsverlaufs das Virus nachgewiesen wurde, als H1N1-assoziierter Todesfall.

Zu den Berichten über Mutationen des Virus

(30. November 2009) Aus Frankreich werden zwei Fälle von Mutationen des Virus berichtet, die mit Resistenzen gegen Oseltamivir assoziiert sind. In einem Fall wurde das resistente Virus aus einem 17-jährigen Mädchen isoliert. Ein zweiter Fall betraf einen 26 Jahre alten Mann. Das isolierte Virus des ersten Falles wies je eine Aminosäure-Veränderung im HA- und NA-Gen auf. Eine der Mutationen, die auch beim zweiten Fall aufgetreten war, war auch bei den Fällen in Norwegen beobachtet worden. Das europäische Centre for Disease Prevention and Control ECDC sieht in seinem Report vom 30. November 2009 keine Hinweise für eine Weitergabe der Mutationen. Die Untersuchungen der Fälle dauern an.

(23. November 2009) Kürzlich gab es Berichte über beobachtete Mutationen des Virus in Norwegen und Großbritannien.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt in ihrer "Briefing Note 17" vom 20. November 2009, dass die Mutationen in Norwegen Einzelfälle sind und sich nicht im Land verbreitet haben. Es ist auch offen, ob mit der Mutation wirklich ein schwererer Verlauf einhergeht, es gibt zahlreiche tödliche Verläufe ohne diese Mutation. Diese Mutation ist auch nicht neu und wurde schon Ende April erstmals nachgewiesen und trat seither immer mal wieder auf. Die Mutation wurde auch bei einigen milden Krankheitsverläufen entdeckt. Die WHO schreibt im vorletzten Absatzes ihrer Briefing Note: "Auch wenn weitere Untersuchungen im Gange sind gibt es derzeit keinen Beleg, dass diese Mutation zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Infektionen oder einer größeren Zahl schwerer oder tödlicher Verläufe führt". Das Virus mit dieser Mutation bleibt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation empfänglich gegenüber den antiviralen Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir, und Studien zeigen, dass die verfügbaren Impfstoffe Schutz dagegen verleihen.

Aus Großbritannien berichtet die staatliche Gesundheitsagentur Health Protection Agency in einem Statement vom 20. November 2009 über eine mögliche Übertragung von Influenzaviren, die gegen Oseltamivir resistent sind. Es handelt sich um neun bestätigte Neue Grippe A/H1N Fälle in einem Hospital in Wales, davon sind fünf Fälle resistent gegenüber Oseltamivir (aber noch empfänglich - sensitiv - gegen das zweite antivirale Medikament Zanamivir). Einer ist empfänglich (sensitiv), für drei ist der Resistenzstatus noch unklar. Das Virus ist in einer Gruppe besonders vulnerabler Personen auftetreten, immunsupprimierte Personen, für die das Auftreten einer solchen Oseltamivirresistenz bereits gut dokumentiert ist. Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation von rund 60 solcher Resistenzen berichtet, bei dem Vorfall in Großbritannien würde es sich um den ersten Fall handeln, bei dem ein neues resistentes Virus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Die britische Health Protection Agency hält die Mensch zu Mensch Übertragung für wahrscheinlich. Es gibt aber keine Belege, dass die resistenten Viren virulenter sind als andere Influenzavirusstämme. Die Agency hält das allgemeine Risiko für die Bevölkerung daher für gering. Von saisonalen H1N1-Influenzaviren ist allerdings bekannt, dass sich Oseltamivirresistenzen weit verbreiten können.

Die Funde in Norwegen und Großbritannien unterstreichen die Bedeutung einer intensiven Überwachung der zirkulierenden Viren und die Bedeutung der Impfung für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Weitere Informationen zur Situation siehe Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen sowie die zentrale Informationsplattform des Bundesgesundheitsministeriums www.neuegrippe.bund.de.

Stand: 01.12.2009

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