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Situation in Deutschland - 20.11.2009

Zu den Berichten über Mutationen des Virus

(23.November 2009) Kürzlich gab es Berichte über beobachtete Mutationen des Virus in Norwegen und Großbritannien.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt in ihrer "Briefing Note 17" vom 20. November 2009, dass die Mutationen in Norwegen Einzelfälle sind und sich nicht im Land verbreitet haben. Es ist auch offen, ob mit der Mutation wirklich ein schwererer Verlauf einhergeht, es gibt zahlreiche tödliche Verläufe ohne diese Mutation. Diese Mutation ist auch nicht neu und wurde schon Ende April erstmals nachgewiesen und trat seither immer mal wieder auf. Die Mutation wurde auch bei einigen milden Krankheitsverläufen entdeckt. Die WHO schreibt im vorletzten Absatzes ihrer Briefing Note: "Auch wenn weitere Untersuchungen im Gange sind gibt es derzeit keinen Beleg, dass diese Mutation zu einem ungewöhnlichen Anstieg der Infektionen oder einer größeren Zahl schwerer oder tödlicher Verläufe führt". Das Virus mit dieser Mutation bleibt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation empfänglich gegenüber den antiviralen Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir, und Studien zeigen, dass die verfügbaren Impfstoffe Schutz dagegen verleihen.

Aus Großbritannien berichtet die staatliche Gesundheitsagentur Health Protection Agency in einem Statement vom 20. November 2009 über eine mögliche Übertragung von Influenzaviren, die gegen Oselmavir resistent sind. Es handelt sich um neun bestätigte Neue Grippe A/H1N Fälle in einem Hospital in Wales, davon sind fünf Fälle resistent gegenüber Osemativir (aber noch empfänglich - sensitiv - gegen das zweite antivirale Medikament Zanamivir). Einer ist empfänglich (sensitiv), für drei ist der Resistenzstatus noch unklar. Das Virus ist in einer Gruppe besonders vulnerabler Personen auftetreten, immunsupprimierte Personen, für die das Auftreten einer solchen Oseltavmirvresistenz bereits gut dokumentiert ist. Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation von rund 60 solcher Resistenzen berichtet, bei dem Vorfall in Großbritannien würde es sich um den ersten Fall handeln, bei dem ein neues resistentes Virus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Die britische Health Protection Agency hält die Mensch zu Mensch Übertragung für wahrscheinlich. Es gibt aber keine Belege, dass die resistenten Viren virulenter sind als andere Influenzavirusstämme. Die Agency hält das allgemeine Risiko für die Bevölkerung daher für gering. Von saisonalen H1N1-Influenzaviren ist allerdings bekannt, dass sich Oseltamivirresistenzen weit verbreiten können.

Die Funde in Norwegen und Großbritannien unterstreichen die Bedeutung einer intensiven Überwachung der zirkulierenden Viren und die Bedeutung der Impfung für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Dem Robert Koch-Institut übermittelte Todesfälle (Stand: 20.11.2009, 15.00)

FallnummerBundeslandverstorben Wocheverstorben JahrAlterRisikofaktoren vorhanden
1Baden-Württemberg43200965Ja
2Baden-Württemberg45200952Ja
3Bayern4120095Ja
4Bayern44200916Ja
5Bayern4420090Ja
6Bayern45200952Ja
7Bayern45200933Ja
8Bayern46200963Ja
9Bayern46200957Ja
10Bayern46200957unbekannt
11Bayern46200911Ja
12Bayern46200918Ja
13Bayern47200977Ja
14Berlin45200940unbekannt
15Hessen45200915nein
16Mecklenburg-Vorpommern47200956Ja
17Niedersachsen47200952Ja
18Nordrhein-Westfalen39200936Ja
19Nordrhein-Westfalen44200948Ja
20Nordrhein-Westfalen45200955Ja
21Nordrhein-Westfalen46200948nein
22Nordrhein-Westfalen46200925Ja
23Nordrhein-Westfalen46200933Ja
24Nordrhein-Westfalen46200910Ja
25Nordrhein-Westfalen46200940nein
26Nordrhein-Westfalen46200917Ja
27Nordrhein-Westfalen46200912Ja
28Nordrhein-Westfalen46200932Ja
29Nordrhein-Westfalen47200917Ja
30Rheinland-Pfalz44200928Ja
31Saarland4420095Ja
32Sachsen46200945nein
33Thüringen47200944Ja
34Thüringen47200943unbekannt

Aufgeführt sind Todesfälle, die dem RKI über den Meldeweg übermittelt wurden. Es kann zu Unterschieden im Vergleich mit anderen Quellen kommen. Auch können sich Informationen im Laufe der Untersuchungen noch verändern.

Bei Todesfällen im Verlauf einer Erkrankung durch die Neue Influenza A/H1N1 hat die akute Infektion in den meisten Fällen einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf. Dies gilt auch und insbesondere bei Patienten mit chronischen Grundkrankheiten, da hier Mechanismen zur Kompensation der Folgen einer Influenza-Erkrankung (z.B. einer akuten Herz-Kreislaufbelastung durch hohes Fieber) geringer verfügbar sind. Konkret heist das, dass die Patienten in den allermeisten Fällen nicht an der Grundkrankheit, sondern den Folgen der Influenza-Erkrankung oder deren Komplikationen (z.B. Pneumonie) sterben. Dass heißt, da ein kausaler Zusammenhang zwischen Influenza-Infektion und Tod nicht immer nachgewiesen werden kann, gilt aus epidemiologischer Sicht ein Todesfall, bei dem während des Krankheitsverlaufs das Virus nachgewiesen wurde, als H1N1-assoziierter Todesfall.

Weitere Informationen zur Situation siehe Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen sowie die zentrale Informationsplattform des Bundesgesundheitsministeriums www.neuegrippe.bund.de

Stand: 20.11.2009

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