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Zielgruppeneinstiege

Pilotstudie zu sexueller Gesundheit bei Afrikaner/innen in Hamburg

Projektleitung: Claudia Santos-Hövener
Kooperationspartner: AIDS-Hilfe Hamburg
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit
Laufzeit: 1.5.2013 bis 30.4.2014

Ziel

Ziele des Vorhabens sind die Identifikation des von Infektionsrisiken durch HIV und andere STIs bei in Hamburg lebenden Migrant/innen aus Subsahara Afrika, sowie die Ermittlung ihrer Präventionsbedürfnisse und die Entwicklung praxisrelevanter Empfehlungen in Bezug auf kultursensible Interventionen. Auch soll mit diesem Projekt die Machbarkeit des entwickelten Studiendesigns evaluiert werden.

Zusammenfassung

Migrant/innen aus Subsahara-Afrika (MiSSA) sind hinsichtlich der HIV-Übertragung eine in Deutschland epidemiologisch relevante Gruppe und bildeten in den letzten Jahren ca. 10-15% aller HIV-Erstdiagnosen. Von diesen neudiagnostizierten HIV-Infektionen ist etwa jede Dritte nicht im Heimatland, sondern vermutlich in Deutschland erworben worden. Häufig erfolgt die Diagnose einer HIV-Infektion bei Migrantinnen aus SSA in einem späteren klinischen Stadium als bei anderen Personen. Dies könnte auf einen erschwerten Zugang zum HIV-Testangebot und zur Gesundheitsversorgung generell hinweisen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass auch der Anteil nicht-diagnostizierter HIV- und STI-Infektionen unter Migrant/innen aus SSA höher ist als in anderen Gruppen.

Gleichzeitig gibt es bisher nur punktuelle Informationen zu Wissen, Einstellungen und Verhalten in Bezug auf HIV/STIs von in Deutschland lebenden Afrikaner/innen. Repräsentative Studien für die heterosexuelle Allgemeinbevölkerung, wie „AIDS im öffentlichen Bewusstsein“ erreichen diese Gruppe nicht ausreichend. Auch für Studien und Präventionsmaßnahmen ist der Zugang zu dieser Gruppe erschwert.
Um Forschungsbedarfe zu definieren und potentielle Zugangswege zu Migrant/innen aus SSA zu diskutieren wurde ein Expertengremium einberufen, das folgende Grundsätze und Bedingungen festgelegt hat:

  • Ein Forschungsprozess für und mit diese(r) Zielgruppe muss partizipativ gestaltet werden, d.h. Afrikanerinnen und Afrikaner werden in alle Schritte des Forschungsprozesses eingebunden.
  • Die spezifische Lebenssituation von Afrikaner/innen in Deutschland sollte auf allen Ebenen des Forschungsprozesses berücksichtigt werden.
  • Der Nutzen des Forschungsprozesses für die afrikanischen Communities sollte sichergestellt werden.
  • Es soll eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet, die stellvertretend ein Studiendesign entwickelt.
  • Es werden zusätzliche Literaturrecherchen zu Lebenswelten von in Deutschland lebenden Afrikaner/innen, zur geografischen Verteilung dieser Population und zu vergleichbaren Forschungsvorhaben im europäischen Ausland benötigt.

Unter Berücksichtigung dieser Kriterien wurde durch eine Arbeitsgruppe partizipativ ein Studiendesign erarbeitet. Dieses sieht eine Befragung zu Wissen, Verhalten, Einstellungen in Bezug auf HIV/Hepatitiden und STIs mit Angebot zur freiwilligen niedrigschwelligen HIV/STI-Testung vor, in der Studienteilnehmer/innen durch geschulte Community-Mitglieder (Peer Researcher) rekrutiert werden. Damit ist gewährleistet, dass die Durchführung einer Studie nur in Kooperation mit Community-Partnern und lokalen Einrichtungen vor Ort möglich ist. Dieser Entwurf wurde zusammengefasst und in vier Fokusgruppen mit Community-Vertreter/innen diskutiert und generell für machbar erklärt. Eine Pilotierung des Studiendesigns in Hamburg findet im Herbst in Kooperation mit der AIDS-Hilfe vor Ort statt.

Stand: 08.08.2014

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