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Veränderungen des Immunstatus bei HIV-positiven Patienten vor Diagnose eines Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphoms im Vergleich zu HIV-positiven Patienten ohne Lymphom-Diagnose

Projektnummer: CS-119-001

Projektbearbeiter: Wyen C, Bohlius J, Egger M, Gunsenheimer-Bartmeyer B, Heiden an der M, Lunzen van J, Zoufaly A, Hamouda O, Fätkenheuer G

Projekteinreichung: 09.11.2009

Projektfreigabe: 31.12.2009

Projektbeginn: 01.01.2010

Projektstand: laufend, wegen Überlappung gemeinsame Auswertung mit Projekt 08.

Hintergrund: Die Inzidenz von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) und dem Hodgkin-Lymphom (HL) ist bei HIV-Patienten gegenüber der Normalbevölkerung deutlich erhöht. Im Gegensatz zu anderen opportunistischen Erkrankungen scheint seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie (cART) die Inzidenz von NHL deutlich weniger zu sinken, im Fall des Hodgkin-Lymphoms sogar zu steigen (Engels 2008). Obgleich bei NHL niedrige CD4-Zellen als Risikofaktor für die Entstehung eines NHL etabliert werden konnte, ist dies beim HL bisher nicht eindeutig gelungen. Widersprüchliche Ergebnisse resultieren aus den US HIV/AIDS Cancer Match Studie, die ein erhöhtes Risiko bei AIDS-Patienten mit moderater, aber nicht schwerer, Immunsupression zeigen konnte (Biggar 2006), und der Französischen Hospital Studie, die einen linearen Zusammenhang zwischen der Schwere der Immunsuppression und dem Risiko für die Entwicklung eines HL darstellen konnte (Fontas 2009). Neuere Daten aus der Schweizer-Kohorte zeigen, dass es bei HIV-infizierten Patienten, die ein Hodgkin-Lymphom entwickeln, in den 12 Monaten vor der Lymphomdiagnose zu einem Abfall der CD4-Helferzellen kommt (Clifford 2009). Ähnliche Resultate wurden in den in COHERE zusammengeschlossenen Kohorten beobachtet (Bohlius et al, EACS 2009, abstract BPD1/1). Die Ursache hierfür ist unbekannt, insbesondere ist nicht geklärt, ob dieser CD4-Helferzellabfall Ursache oder Folge der Lymphomentwicklung ist. Diese Beobachtungen  bedürfen  weiterer gezielter Untersuchungen. Die ClinSurv -Kohorte erscheint uns dazu aufgrund Ihrer Größe und auch Ihrer Datenqualität als geeignet.

Zielsetzung: Bestimmung des Verlaufs des zellulären Immunstatus im Zeitraum von mindestens einem Jahr (ggf. zwei Jahren) vor Diagnosestellung eines Hodgkin-Lymphoms im Vergleich zu dem Verlauf des zellulären Immunstatus bei HIV-infizierten Patienten, die ein NHL entwickeln und im Vergleich zu einer Kontrollgruppe HIV-infizierter Patienten, bei denen es zu keiner Entwicklung eines NHLs oder eine HLs gekommen ist. Die Untersuchung soll einerseits Patienten einschließen, die im Beobachtungszeitraum eine virologisch erfolgreiche cART eingenommen haben, und andererseits Patienten, die im Beobachtungszeitraum nicht antiretroviral behandelt wurden.

Methode:

  • Datenbankabfragen der ClinSurv -Datenbank
  • Definition der Einschluss-Kriterien und der genauen Fragestellung
  • Auswahl eines geeigneten mathematischen (Regressions-) Modells (Cox-Regression/Poisson-Modell/parametrisches Modell) evtl. unter Berücksichtigung mehrerer Ebenen
  • Anpassung des Modells an die Daten
  • Adjustierung nach relevanten Variablen

Klinischer Bezug, möglicher Nutzen: Die Untersuchungen können dazu beitragen, die Ätiologie der HIV-assoziierten Lymphomgenese besser zu verstehen sowie klinische Indikatoren zu entwickeln, die ggf. die frühzeitige Diagnose eines HL ermöglichen.

Stand: 09.11.2011

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