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GORENET (Gonokokken-Resistenz-Netzwerk)

Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae stehen nach Schätzungen der WHO an dritter Stelle der Häufigkeit sexuell übertragener Infektion (STI) in der Welt. In Deutschland stehen kaum epidemiologische Daten über Gonorrhö zur Verfügung, da keine Meldepflicht besteht. Zur Überwachung der bisher bekannten Entwicklung von Resistenzen von N. gonorrhoeae bestehen weltweit überwiegend von WHO, CDC und ECDC koordinierte Surveillance-Programme. Hierbei zeigte sich in den letzten Jahren eine globale Ausbreitung der Chinolon-Resistenz. Die vom Konsiliarlabor gesammelte Anzahl an Isolaten lässt nur begrenzte Aussagen zur Resistenzsituation in Deutschland zu. Um besser Informationen zur Gonokokken-Resistenz in Deutschland zu gewinnen, soll die Reichweite der Datensammlung sowie der Resistenztestung erweitert werden.

Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Datenlage zur Gonokokken-Resistenz in Deutschland, um einen besseren Überblick über die Resistenzlage zu bekommen und evidenzbasiert die Therapieempfehlungen anpassen zu können sowie Empfehlungen für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen im Gesundheitswesen zu entwickeln.

In der ersten Projektphase wurde zwischen Juni und August 2013 eine Basisdatenerhebung in Form eines Online-Fragebogens durchgeführt, um Labore zu identifizieren, die in Deutschland Gonokokken-Diagnostik anbieten. Da bisher keine Informationen bezüglich der deutschen Laborlandschaft zu Gonorrhö-Diagnostik bestanden, umfasste die Erhebung wichtige Daten, wie beispielsweise Methoden und Häufigkeit der jeweils verwendeten Gonokokken-Diagnostikmethoden, Einzugsbereich und Art der Einrichtung (niedergelassener Laborarzt, Krankenhauslabor/Universität, Landesuntersuchungsamt). Für die Labore, die darüber hinaus noch eine Gonokokken-Anzucht und Antibiogramme erstellten, wurden weitere Fragen zur Antibiotikaresistenztestung gestellt. Mit Hilfe der im September und Oktober 2013 durchgeführten Datenauswertung konnten die teilgenommenen Labore hinsichtlich ihrer Diagnostikmethoden, Qualitätsstandards bei der Kulturanzucht und Antibiotikaresistenztestungen charakterisiert werden. Die Ergebnisse sind im Epidemiologischen Bulletin 37/2014 erschienen (Link siehe unten).

Basierend auf den Ergebnissen des Surveillance-Netzwerks wurde in Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften und dem Konsiliarlabor ein Framework für eine kontinuierliche Datenerhebung und -auswertung entwickelt. Das Framework dient als Grundlage der zweiten Phase des GORENET-Projekts im Aufbau eines Resistenz-Surveillance-Netzwerks. Seit April 2014 werden von einer Auswahl an Laboren sowohl Daten als auch Isolate von den im Labor mittels einer Kultur positiv getesteten GO-Proben gesammelt und anonymisiert an das RKI bzw. das Konsiliarlabor für Gonokokken weitergeleitet. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, besser als bisher aktuelle Antibiotika­resistenz­entwicklungen bei Gonorrhö-Infektionen in Deutschland zu erfassen.

Die Datenerhebung und Isolaten-Testung wird 2015 weitergeführt.

Falls Labore, die noch nicht an GORENET teilnehmen, Interesse an einer Teilnahme haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter gorenet[a]rki.de.

AnsprechpartnerInnen:
Sandra Dudareva-Vizule
Andrea Sailer
Dr. Klaus Jansen

Stand: 21.05.2015

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