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Zielgruppeneinstiege

Übersicht zu Erkrankungen durch Enteroviren

Stand: Mai 2002, Robert Koch-Institut

Erreger

Humane Enteroviren sind kleine RNA, die zur Familie der Picornaviridae gehören. Die insgesamt 64 Serotypen unterteilen sich in:

  • Polioviren Typ 1-3
  • Coxsackieviren mit den Untergruppen A und B
  • Echoviren
  • Enteroviren 68-71
  • Epidemiologie

In gemäßigten Klimazonen tritt eine saisonale Häufung der Enterovirusinfektionen im Spätsommer und Herbst auf. Enteroviren werden vorwiegend fäkal-oral übertragen, Tröpfcheninfektionen sind ebenfalls möglich. Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch oder durch mit Stuhl oder Speichel kontaminierte Gegenstände Die Ausscheidung erfolgt in der akuten Krankheitsphase. Das Virus kann jedoch bis zu mehreren Wochen im Stuhl nachweisbar sein.

Die mittlere Inkubationszeit beträgt für die meisten Erkrankungen 3-5 Tage.

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt mittels Virusanzucht in Zellkultur mit anschließender Typisierung (Neutralisationstest) bzw. Virusgenomnachweis mit molekularen Methoden (Nukleinsäureamplifikationstechniken, wie z.B. RT-PCR) aus Stuhl, Liquor oder Rachenspülwasser.

Klinik

Obwohl Enteroviren zu 90 bis 95 Prozent asymptomatische Infektionen verursachen, sind sie Erreger einer Reihe klinisch relevanter Erkrankungen. Dazu gehören u.a. Aseptische Meningitis, Herpangina, Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Hämorrhagische Konjunktivitis, Erkrankungen der Atemwege (Sommergrippe, Pharyngitis, Pneumonie), Erkrankungen innerer Organe (Perikarditis, Myokarditis, Pleurodynie).
Obwohl es keine strenge Korrelation von Enterovirusserotyp zu einem spezifischen Erkrankungsbild gibt, werden Echoviren besonders häufig bei aseptischen Meningitiden nachgewiesen. Myo- und Perikarditis werden vorwiegend von Coxsackie-B-Viren verursacht.

Therapie

Die Therapie ist symptomatisch und richtet sich nach dem betroffenen Organsystem. Eine spezifische medikamentöse Therapie der Enterovirusinfektion ist nicht möglich.

Prophylaxe

Zu den wichtigsten, außerhalb des Krankenhauses durchführbaren Maßnahmen der Risikoreduktion gehören gründliches Händewaschen und -ggf. -desinfektion (mit einem auf unbehüllte Viren wirksamen Mittel) vor jeder Zubereitung von Speisen (sorgfältige Lebensmittelhygiene), der Verzehr gekochter Speisen oder geschälten Obstes, die Verwendung von Einwegtaschentüchern sowie das Vermeiden größerer Menschenansammlungen (face-to-face contact). Wichtigste Maßnahme zum Schutz vor Erkrankungen durch Polioviren ist die Impfung (siehe Empfehlungen der STIKO). Für andere Enteroviren stehen keine Impfstoffe zur Verfügung.

Stand: 01.05.2002

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