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Tragbarer Sequenzierer ermöglicht Erbgutanalyse von Ebolaviren im Ausbruchsgebiet

Mit Hilfe eines handlichen DNA-Sequenziergeräts lässt sich das Erbgut von Ebolaviren ohne Zeitverzögerung direkt im Ausbruchsgebiet analysieren und der Verlauf der Epidemie in Echtzeit überwachen. Während der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika sei das Gerät erfolgreich getestet worden, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Nature. An der Studie waren auch Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts beteiligt.

Anhand von Veränderungen im Erbgut der Ebolaviren lassen sich Ansteckungswege rekonstruieren und so rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen – vorausgesetzt, die Erbgutinformationen stehen schnell zur Verfügung. Beim Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika fehlte es jedoch oft an der geeigneten Technik vor Ort. Der Sequenzierer ist so groß wie ein Brillenetui, wiegt weniger als 100 Gramm, kann an handelsübliche Notebooks angeschlossen werden und eignet damit ideal für den mobilen Einsatz. In Conakry, Guinea, analysierte das Forscherteam 142 Blutproben von Eboalfieber-Patienten; die Ergebnisse lagen jeweils in weniger als 24 Stunden vor. Der Sequenzierer half in kurzer Zeit bei der Aufklärung von Transmissionswegen. Das Gerät soll auch bei zukünftigen Krankheitsausbrüchen genutzt werden.

An der Studie waren auch Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts beteiligt, die im Rahmen der Ausbruchsbekämpfung in Westafrika im Einsatz waren. Sie haben vor Ort epidemiologische Daten gesammelt und mit dem Sequenzierer selbst Blutproben von Ebolafieber-Patienten im Europäischen Mobilen Labor (EMLab) untersucht.

Stand: 04.02.2016

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