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Zielgruppeneinstiege

Stellungnahme des Robert Koch-Instituts

4.6.2011

Die am 25.5.2011 in einer Pressekonferenz berichteten Ergebnisse erster epidemiologischer Studien, die der Hintergrund für die Verzehrshinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung waren, wurden am 3. Juni durch weitere Untersuchungen bestätigt (siehe Pressemitteilung von RKI und BfR vom 3. Juni 2011). Zurzeit befinden sich drei Teams im Einsatz, die in Hamburg, Lübeck und Bremen Patienten und gesunde Kontrollpersonen nach von ihnen verzehrten Lebensmitteln befragen. Für die Studien werden Orte ausgewählt, an denen die Ergebnisse durch hohe Patientenzahlen besonders aussagekräftig sind.
Erste Resultate werden an die rund um die Uhr arbeitenden Mitarbeiter des Lagezentrums im RKI übermittelt, um dort gemeinsam mit Hinweisen aus der Bevölkerung und den Meldungen aus nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden ausgewertet zu werden.
Insgesamt sind seit Beginn des Ausbruchs mehr als 10 RKI -Teams vor Ort im Einsatz gewesen.
Durch die Ergebnisse dieser epidemiologischen Studien wurde die Eingrenzung der in Frage kommenden Lebensmittel untermauert (siehe o.g. Pressemitteilung) und jeweils umgehend an die Lebensmittelüberwachungsbehörden weitergeleitet, damit diese gezielt die Lieferwege zurück verfolgen und nach Kontaminationen auf Lebensmitteln suchen können.

Pressemeldungen wonach EHEC-Infektionen mit Großveranstaltungen in Verbindung gebracht werden, decken sich nicht mit den Erkenntnissen des RKI und stehen im Widerspruch zu dem epidemiologischen Profil des Ausbruchs.

Um möglichst schnell und umfassend über das aktuelle Geschehen informiert zu sein, wurden aktuell neben den regulären Meldewegen mehrere Surveillancesysteme durch das RKI zusätzlich etabliert. Ein Meldesystem erfasst in ausgewählten Krankenhäusern täglich die Anzahl von Patienten mit blutigem Durchfall. Ein spezielles Labormonitoring erfasst täglich in den zuständigen Referenzlaboren und Untersuchungsstellen die aktuellen Laborbefunde. Mit dem Netzwerk der nephrologischen Behandlungszentren führt das RKI ein Screening der HUS und EHEC-Patienten durch in dem u.a. Sekundärinfektionen und Lebensmittelquellen erfasst werden.

Insgesamt führt das RKI folgende epidemiologische Studien durch, um die Ursache des Ausbruchs weiter einzugrenzen, damit die zuständigen Lebensmittelbehörden ihre Ursachensuche gezielte durchführen können:

  • Fall-Kontroll-Studie unter Frauen in Hamburg (Ergebnisse bereits am 25.5. veröffentlicht)
  • Detailanalyse der Fall-Kontroll-Studie zur Identifizierung von assoziierten Bezugsquellen
  • Kohortenstudie bei Besuchern eines Restaurants im Raum Schwerin
  • Fall-Kontroll-Studie in stark betroffenen Krankenhäusern in Lübeck, Bremen und Hamburg, als Kontrollen wurden Daten aus einem bevölkerungsrepräsentativen Survey verwendet (Ergebnisse bereits am 3.6. veröffentlicht)
  • Ausgeweitete Fall-Kontroll-Studien mit ausführlichen Interviews in Wohnortnähe in Lübeck, Bremen und Hamburg
  • Meta-Analyse aller Fall-Kontroll-Studien
  • Fall-Kontroll-Studien in Krankenhäusern, die bisher nichtbetroffen waren, die aber aktuell ein gehäuftes Auftreten von HUS beobachten
  • In Zusammenarbeit mit dem ECDC Fall-Kontroll-Studie von ausländischen Fällen
  • In Zusammenarbeit mit zwei ausländischen nationalen Behörden Kohortenstudien bei ausländischen Reisegruppen
  • Clusteranalysen von verschiedenen restaurantassoziierten Ausbrüchen
  • Analyse von Abrechnungsdaten von Kantinenbesuchern einer betroffenen Kantine (Ergebnisse bereits am 3.6. veröffentlicht)
  • Suche nach möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in der Folge eines Kantinenausbruchs
  • repräsentative deutschlandweite Online-Befragung zur Krankheitslasterfassung
  • Studie zur Erfassung der Sekundärerkrankungsrate
  • Studie zur Erfassung der Ausscheidungsdauer und der Quote von Co- und Folgeinfektionen

Weitere Informationen

Stand: 04.06.2011

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