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Hinweise zur Probenentnahme

Allgemeine Bemerkungen

Während zum Nachweis humaner Influenzaviren (A/H1N1, A/H3N2 und B) dem Material aus der Nase der Vorzug zu geben ist, sollten von Personen mit Verdacht auf aviäre Influenza (Vogelgrippe) Proben sowohl aus dem Rachen als auch aus der Nase entnommen werden. Probenmaterial aus dem Rachen (oder noch tieferen Atemwegen) scheint besser zum Nachweis einer aviären Influenza geeignet zu sein. Die Untersuchung einer nasalen Probe wird empfohlen, da während der Influenzasaison bei Verdachtsfällen natürlich auch mit einer normalen Influenza zu rechnen ist.

Abnahme von Proben für Schnelltest

Bei Verdacht auf humane Influenza sollte eine Probe aus der Nase, bei Verdacht auf aviäre Influenza hingegen aus Nase und Rachen entnommen werden. Im Fall eines positiven Schnelltestes ist ein weiterer Test zum spezifischen Nachweis des Subtyps H5 erforderlich. Daher ist die Probenentnahme so durchzuführen, dass etwa qualitativ vergleichbare Materialien für zwei Teste zur Verfügung stehen:

  • Rachenabstrich
    Da ein zweiter Rachenabstrich notwendig sein könnte, sollte zuerst nur eine Hälfte des Rachens abgestrichen werden. Es ist auch möglich, gleich zwei Abstriche zeitgleich zu entnehmen. Entweder wird pro Abstrich nur eine Hälfte des Rachens unter drehenden Bewegungen und Aufwendung von Druck abgestrichen oder beide Tupfer werden nebeneinander gelegt und beim Abstreichen gedreht (Tonsillen und Rachenhinterwand). Der ersten Version ist jedoch der Vorzug zu geben.

  • Nasenabstrich oder Nasenspülflüssigkeit: hinsichtlich eines Nasenabstrichs ist zu beachten, dass für den Schnelltest nur ein Nasenloch abgestrichen wird. Somit ist gewährleistet, dass für einen eventuell erforderlichen spezifischen Nachweis auch Material aus dem anderen Nasenloch zur Verfügung steht. Dazu den Tupfer mit leichter Drehung bis zur Nasenmuschel vorschieben, einige Male gegen die Nasenwand drehen und herausziehen.

Abnahme von Proben für spezifischen Test auf A/H5 (z.B. durch PCR)

Liegt bei einem Verdachtsfall auf aviäre Influenza A/H5 ein positives Schnelltestergebnis vor oder soll direkt ein spezifischer Test auf A/H5 durchgeführt werden, so ist (ggf. nochmals) eine Probe jeweils aus Rachen und Nase abzunehmen.

  • Nasenabstrich oder Nasenspülflüssigkeit: wie oben beschrieben
  • Rachenabstrich: wie oben beschrieben
  • Wenn möglich: Serum (initial und im Verlauf zum Nachweis der Konversion und Titerkontrolle)

Überführung der Probe in ein Transportröhrchen

Idealerweise wird das mit Hilfe eines Tupfers entnommene Material in ein Röhrchen überführt, das Virus-Transport-Puffer enthält. Sind derartige Röhrchen nicht verfügbar, so sollte etwa 1-2 ml sterile Kochsalzlösung verwendet werden.


Folgende Materialien können alternativ eingesetzt werden und sind vor allem bei schwererem Verlauf besser geeignet:

  • Besteht die Möglichkeit, ein Nasopharynxaspirat zu gewinnen, so ist dieses Material einem Rachenabstrich vorzuziehen
  • Wurde bereits eine Bronchiallavage vorgenommen, so sollte dieses Material bevorzugt zur Verfügung gestellt werden

Hygienische Schutzmaßnahmen

Die nicht korrekte Gewinnung von Proben kann zu falsch negativen Ergebnissen führen. Deswegen sollte die Probengewinnung von geschultem Personal unter strikter Einhaltung der zu beachtenden hygienischen Aspekte (Atemschutzmaske) erfolgen. Bei invasiver Probenentnahme mit möglicher Aerosolbildung müssen ein eng anliegender Atemschutz FFP3 und eine Schutzbrille getragen werden. Die Probenentnahme und der Probenversand sollten gemäß den Empfehlungen des RKI erfolgen.(siehe: Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hochpathogene) aviäre Influenza A/H5 und Beförderung von Patientenproben, Epid Bull 09/2006)


Probenmaterial von Personen mit Verdacht auf aviäre Influenza sollte an das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut oder ein Landeslabor mit der Möglichkeit zur Influenza A/H5-Diagnostik versandt werden.

Kontaktdaten des NRZ Influenza:
Dr. Brunhilde Schweiger
Nationales Referenzzentrum für Influenza
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: 030 - 18754-2456/2464/2205
Fax: 030 - 18754-2605

Stand: 06.03.2006

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