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Hinweise für die Labordiagnostik bei Patienten mit Verdacht auf eine Influenza A(H7N9) Virus Infektion

Die folgenden Angaben (Stand 04/2013) dienen als Hilfe für die Labordiagnostik bei Patienten mit Verdacht auf eine Influenza A(H7N9) Virus Infektion.

Hinsichtlich der Falldefinition wird auf die jeweils aktuellen Informationen hingewiesen, siehe Respiratorische Erkrankungen in Verbindung mit Influenza A(H7N9) FALLDEFINITION zur Fallfindung, Meldung und Übermittlung.

Geeignetes Probenmaterial

Bei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Influenza A(H7N9) Virus ist für die Labordiagnostik folgendes Material geeignet:

  • Nasen- und/oder Rachenabstrich in Transportmedium für die Virusdiagnostik
  • Rachenspülwasser
  • Nasopharynxaspirat
  • Bronchiallavage
  • Trachealsekret

Wichtiger Hinweis: Die nicht korrekte Gewinnung von Proben kann zu falsch negativen Ergebnissen führen. Deswegen sollte die Probengewinnung von geschultem Personal unter strikter Einhaltung der zu beachtenden hygienischen Aspekte und des Arbeitsschutzes gemäß dem Beschluss des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe 609 erfolgen, siehe Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Bei Verdacht auf A(H7N9) werden folgende Maßnahmen bei Arbeiten am Patienten empfohlen: Schutzkittel, Einweghandschuhe, Kopfhaube, dicht anliegende Atemschutzmaske (Schutzstufe FFP2* bzw. FFP3; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z.B. Bronchoskopie) sowie geeignete Schutzbrille und wasserdichte Einwegschürze. Bei Arbeiten mit Proben von A(H7N9)-Verdachtsfällen können diese in S2-Laboratorien unter einer Sicherheitswerkbank durchgeführt werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass S3-Personenschutzmaßnahmen eingehalten werden: Rückenschlusskittel, doppelte Handschuhe, Ärmelschoner, Schutzbrille und eine FFP3 Atemschutzmaske. Nach Lysis der Probe (Lysispuffer für virale RNA-Extraktion) ist kein weiterer S3-Personenschutz erforderlich. Die nachfolgenden Arbeiten können in räumlich getrennten S2-Laboratorien durchgeführt werden (S2-Schutzkleidung: Kittel, Handschuhe, Ärmelschoner, bei Spritzgefahr zusätzlich mit Schutzbrille). Die aktuelle Einstufung von A(H7N9) in eine Risikogrupe steht noch aus. Arbeiten, die die Replikation von A(H7N9) Viren mit einschließen (u.a. Anzucht der Viren) sowie Arbeiten mit Virusisolaten oder nicht-lysiertem Probenmaterial sind bis auf Weiteres in S3-Laboratorien durchzuführen (siehe Biosafety“ in: Real-time RT-PCR Protocol for the Detection of Avian Influenza A(H7N9) Virus; siehe: Recommendations and laboratory procedures for detection of avian influenza A(H5N1) virus in specimens from suspected human cases).

Labordiagnostischer Nachweis

Für die labordiagnostische Untersuchung bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Influenza A(H7N9) Virus stehen verschiedene real time-PCR Nachweisverfahren zur Verfügung. Die A(H7N9)-Diagnostik kann in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt werden. Im ersten Schritt wird über eine generische Matrixgen-PCR Influenza A nachgewiesen. Bei den nachfolgenden PCRs wird der Subtyp bestimmt und H7-Hämagglutinin sowie N9-Neuraminidase nachgewiesen.

A) Nachweis von A(H7N9) über das M-Gen als Influenza A Virus:
Mit Hilfe der generischen M-PCR werden alle Influenza A-Viren erfasst

B) Nachweis des H7-Hämagglutinins und der N9-Neuraminidase:

Vorgehen bei Verdacht auf eine A(H7N9)-Infektion

Bei einem A(H7N9)-Verdachtsfall sollte zur Differenzierung des Influenzavirus Probenmaterial an das NRZ für Influenza in Berlin versandt werden. Eventuell muss dafür unter adäquaten Schutzmaßnahmen eine zweite Probenentnahme aus dem oberen oder unteren Respirationstrakt erfolgen. Werden Abstriche entnommen, sollten für eine optimale Diagnostik Proben aus Rachen und Nase gewonnen werden. Vorab sollte in jedem Fall das NRZ für Influenza in Berlin telefonisch informiert werden. Die Probenentnahme und der Probenversand sollten gemäß den Empfehlungen des RKI bzw. der WHO (Aufbewahrung und Transport, Behandlung) erfolgen.

Verpackung und Probenversand

Klinische Proben mit Verdacht auf eine Infektion mit Influenza A(H7N9) Virus sind als „Biologischer Stoff, Kategorie B“ der UN-Nr. 3373 zuzuordnen und nach Maßgabe Verpackungsanweisung P650 zu verpacken.

Die Verpackung besteht aus 3 Komponenten:

  1. Probengefäß (z.B. Monovette) = Primärverpackung
  2. Schutzgefäß (flüssigkeitsdicht verschraubtes Plasteröhrchen mit saugfähigem Material) = Sekundärverpackung
  3. Einem möglichst gefütterten Umschlag aus reißfestem Material oder einer entsprechenden kistenförmigen Verpackung aus Pappe = Umverpackung.

Diese Verpackungen sind von einschlägigen Spezialfirmen beziehbar.

Die verschlossenen Versandstücke sind als „Biologischer Stoff, Kategorie B“ und "UN 3373" in Raute (Seitenlänge mind. 50 x 50 mm) sowie mit der Telefonnummer einer verantwortlichen Person zu kennzeichnen. Außerdem ist ein Kennzeichen für die Bauartprüfung der Verpackung vorgeschrieben.
Ein Versand mit der Deutschen Post ist unter Beachtung der Verpackungsanweisung P650 nur als Maxibrief möglich (siehe: Regelungen für die Beförderung von gefährlichen Stoffen und Gegenständen).

Ansprechpartner im RKI zu Fragen der Labordiagnostik und Referenzuntersuchungen:

Dr. Brunhilde Schweiger, Dr. Marianne Wedde
Fachgebiet 17
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: 030 - 18754-2456/2141
Fax: 030 - 18754-2605

Stand: 19.04.2013

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