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Das RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit aviärer Influenza A(H7N9)

Stand: 21.2.2017

Ende März 2013 berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über das Auftreten eines neuen Vogelgrippevirus A(H7N9) bei drei Patienten im Osten Chinas. Bis zum 20. Februar 2017 haben sich in China mehr als 1.200 Menschen mit A(H7N9) infiziert. Bislang sind mindestens 350 Menschen gestorben (Quelle: Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), Link siehe unten). Einzelne Fälle wurden von China aus nach Hong Kong, Macao, Taiwan, Kanada (Link siehe unten) und Malaysia importiert.

Die Infektionen treten in Wellen auf, jeweils in den Wintermonaten. Nach Angaben von WHO und ECDC gibt es seit Oktober 2016 bereits deutlich mehr Fälle als in den Erkrankungswellen 2014/15 und 2015/16 insgesamt. Allerdings gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass sich die Krankheit verändert habe. Der Großteil der Fälle geht auf Kontakte mit Geflügel bzw. Besuch von Geflügelmärkten zurück. Die chinesischen Gesundheitsbehörden ergreifen deshalb auch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel die Schließung von Geflügelmärkten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nur in Einzelfällen beobachtet; der WHO zufolge findet derzeit keine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung statt (Links siehe unten).

Der aktuelle Stand der Erkrankungs- und Todesfälle durch das Influenzavirus A(H7N9) sowie aktuelle Situationsberichte und Risikoeinschätzungen sind auf den Internetseiten der WHO und des ECDC abrufbar. Sie werden auch regelmäßig in den wöchentlichen Berichten des ECDC zu Infektionskrankheiten sowie den Influenza-Wochenberichten des RKI veröffentlicht (Links siehe unten).

Viele Patienten, die sich mit A(H7N9) infiziert haben, leiden an schweren Lungenentzündungen. Die Symptome schließen auch Fieber, eine Symptomatik der oberen Atemwege und Kurzatmigkeit ein. Es wurde auch über Erkrankungsfälle mit leichterer Symptomatik berichtet. Die Letalität einer A(H7N9)-Infektion liegt dem ECDC zufolge bislang je nach Erkrankungswelle zwischen 32 % und 44 %. Sie hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.

Das ECDC empfiehlt Reisenden in die betroffenen Gebiete Chinas, auf den Besuch von Geflügelmärkten und -farmen zu verzichten, Kontakt zu Geflügel zu vermeiden und nur ausreichend durchgegarte Lebensmittel zu sich zu nehmen. Durch den derzeitigen Anstieg an A(H7N9)-Infektionen in China könnten möglicherweise auch einzelne Fälle nach Europa importiert werden; allerdings wird das Risiko einer Weiterverbreitung in Europa als gering eingeschätzt.

Einzelne importierte Fälle (zum Beispiel durch Reiserückkehrer aus China, die sich dort mit Influenza A(H7N9) infiziert haben) können auch in Deutschland nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Deshalb sollten Ärzte Patienten, die sich mit einer akuten respiratorischen Symptomatik vorstellen, nach einer Chinareise in den letzten zehn Tagen vor Erkrankungsbeginn fragen. Vor allem der Aufenthalt in China in einer der Provinzen, in denen humane Fälle mit Influenza A(H7N9) gemeldet wurden, sollte Anlass zu einer genaueren Reiseanamnese geben (Beitrag im Deutschen Ärzteblatt vom 10.05.2013: "Aviäre Influenza A(H7N9): Das Gefährdungspotenzial ist gering, aber nicht gleich null", Link siehe unten).

Für Ärzte in Deutschland sind insbesondere die folgenden Punkte relevant:

  • RKI-Ratgeber für Ärzte zu Erkrankungen durch zoonotische Influenzaviren (Link siehe unten)
  • Falldefinition zur Fallfindung, Meldung und Übermittlung von respiratorischen Erkrankungen in Verbindung mit Influenza A(H7N9) (Link siehe unten)
  • Informationen und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. zum Ausbruch der Influenza A(H7N9)-Virus-Infektion beim Menschen (Link siehe unten)
  • Bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndrom sollte (auch unabhängig von einer Reiseanamnese) immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. Wenn Influenza nachgewiesen wird, sollte das Virus typisiert und bei Influenza A subtypisiert werden. Bleibt die Subtypisierung zum Nachweis der saisonal zirkulierenden Influenza A-Subtypen A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) erfolglos, sollte das Patientenmaterial bzw. die aufgearbeitete Probe schnellstmöglich zur weiteren Charakterisierung an das Nationale Referenzzentrum für Influenza gesandt werden (Link zu den "Hinweisen für die Labordiagnostik bei Patienten mit Verdacht auf eine Influenza A(H7N9) Virus Infektion" siehe unten).
  • Cluster von schweren Atemwegserkrankungen sollten auf Ursachen untersucht werden. Dies betrifft insbesondere das gehäufte Auftreten von Erkrankungen in Krankenhäusern. Standardmaßnahmen des Infektionsschutzes sollten eingehalten werden (Link zu den Hygiene-Empfehlungen des RKI siehe unten).
  • Verdachtsfälle von Influenzavirus A(H7N9) sollen aufgrund der Meldepflicht für zoonotische Influenza (Verordnung vom 1. Mai 2016) gemäß § 6 Abs. 1 IfSG gemeldet werden und gemäß § 12 IfSG übermittelt werden (siehe Falldefinition).
  • Für niedergelassene und stationär tätige Ärzte sowie Gesundheitsämter hat das RKI außerdem Empfehlungen für die Meldung und das Management von Personen mit Verdacht auf Influenza A(H7N9) veröffentlicht (Link siehe unten).

Die WHO hat auf ihren Internetseiten Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema veröffentlicht, in denen auch Hinweise zur Infektionsvermeidung aufgeführt sind (Link siehe unten). Das Auswärtige Amt, das generell auf seinen Internetseiten über medizinische Risiken im Ausland informiert, bietet für Reisende ein Merkblatt zur Vogelgrippe an (Link siehe unten).

Stand: 21.02.2017

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