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RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit Influenza A(H7N9)

Stand: 2.2.2015

Am 01.04.2013 hatte die WHO erstmals über das Auftreten eines neuen Influenzavirus A(H7N9) bei drei Patienten in zwei Provinzen im Osten Chinas berichtet. Bis zum 22. Januar 2015 haben sich 485 Menschen mit A(H7N9) infiziert, die meisten davon in China. Auch in Hong Kong sind einzelne Fälle aufgetreten. Vier Personen, die sich in China infiziert haben, wurden in Taiwan identifiziert, ein Fall wurde nach Malaysia importiert. Im Januar 2015 wurden erstmals Erkrankungsfälle mit A(H7N9) außerhalb Asiens bestätigt: Ein Ehepaar aus British Columbia, Kanada, hat sich auf einer Reise in China mit A(H7N9) infiziert und ist nach der Rückkehr erkrankt (Link zur Pressemitteilung der Public Health Agency of Canada siehe unten). Der aktuelle Stand der Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle durch das Influenzavirus A(H7N9) ist auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abrufbar und wird auch regelmäßig in den wöchentlichen Berichten zu Infektionskrankheiten des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) veröffentlicht (Links zu WHO und ECDC siehe unten).

Es gibt keine epidemiologische Verbindung zwischen den meisten Fällen. Bislang hatten viele Patienten schwere Lungenentzündungen. Die Symptome schlossen auch Fieber, eine Symptomatik der oberen Atemwege und Kurzatmigkeit ein. Auch Erkrankungsfälle mit leichterer Symptomatik wurden berichtet. Nach der ersten Welle von Erkrankungen im Frühjahr 2013 kam es im Frühjahr 2014 zu einer zweiten, größeren Erkrankungswelle. Die jetzt wieder steigende Zahl von humanen Erkrankungen in China weist auf eine erneute saisonale Häufung von Fällen hin. Die Letalität hatte sich mit etwa 20% unter den Erkrankten im Frühling 2014 im Vergleich zu der ersten Häufung von Fällen im Frühling 2013 wenig geändert.

Laut Weltgesundheitsorganisation gibt es weiterhin keinen Beleg für eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung. In China gibt es bislang nur einzelne Fälle, bei denen eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nicht ausgeschlossen werden kann, bei den allermeisten Patienten wurde eine Exposition zu Geflügel bzw. der Besuch eines Geflügelmarktes beschrieben. Die chinesischen Gesundheitsbehörden ergreifen deshalb auch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel die Schließung von Geflügelmärkten.

Das ECDC erwartet weitere sporadische Fälle und eine geographische Ausbreitung in China und möglicherweise in angrenzenden Ländern. Bisher schätzt das ECDC das Risiko importierter Fälle nach Europa als gering ein. Einzelne importierte Fälle (zum Beispiel durch Reiserückkehrer aus China, die sich dort mit Influenza A(H7N9) infiziert haben), können auch in Deutschland nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Deshalb sollten Ärzte Patienten, die sich mit einer akuten respiratorischen Symptomatik vorstellen, nach einer Chinareise in den letzten zehn Tagen vor Erkrankungsbeginn fragen. Vor allem der Aufenthalt in China in einer der Provinzen, in denen humane Fälle mit Influenza A(H7N9) gemeldet wurden, sollte Anlass zu einer genaueren Reiseanamnese geben (Beitrag im Deutschen Ärzteblatt vom 10.05.2013: "Aviäre Influenza A(H7N9): Das Gefährdungspotenzial ist gering, aber nicht gleich null", Link siehe unten).

Für Ärzte in Deutschland sind insbesondere die folgenden Punkte relevant:

  • Falldefinition zur Fallfindung, Meldung und Übermittlung von respiratorischen Erkrankungen in Verbindung mit Influenza A(H7N9) (Link siehe unten)
  • Informationen und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. zum Ausbruch der Influenza A(H7N9)-Virus-Infektion beim Menschen (Link siehe unten)
  • Bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndrom sollte (auch unabhängig von einer Reiseanamnese) immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. Wenn Influenza nachgewiesen wird, sollte das Virus typisiert und bei Influenza A subtypisiert werden. Bleibt die Subtypisierung zum Nachweis der saisonal zirkulierenden Influenza A-Subtypen A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) erfolglos, sollte das Patientenmaterial bzw. die aufgearbeitete Probe schnellstmöglich zur weiteren Charakterisierung an das Nationale Referenzzentrum für Influenza gesandt werden (Link zu den "Hinweisen für die Labordiagnostik bei Patienten mit Verdacht auf eine Influenza A(H7N9) Virus Infektion" siehe unten).
  • Cluster von schweren Atemwegserkrankungen sollten auf Ursachen untersucht werden. Dies betrifft insbesondere das gehäufte Auftreten von Erkrankungen in Krankenhäusern. Standardmaßnahmen des Infektionsschutzes sollten eingehalten werden (Link zu den Hygiene-Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) siehe unten)
  • Verdachtsfälle von Influenzavirus A(H7N9) sollen aufgrund der Aviäre-Influenza-Meldepflicht-Verordnung vom 11.05.2007 gemäß § 6 Abs. 1 IfSG gemeldet werden und gemäß § 12 IfSG übermittelt werden (siehe Falldefinition).
  • Für niedergelassene und stationär tätige Ärzte sowie Gesundheitsämter hat das RKI außerdem Empfehlungen für die Meldung und das Management von Personen mit Verdacht auf Influenza A(H7N9) veröffentlicht (Link siehe unten).

Die WHO hat auf ihren Internetseiten Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema veröffentlicht, in denen auch Hinweise zur Infektionsvermeidung aufgeführt sind (Link siehe unten). Das Auswärtige Amt, das generell auf seinen Internetseiten über medizinische Risiken im Ausland informiert, bietet für Reisende ein Merkblatt zur Vogelgrippe an (Link siehe unten).

Stand: 02.02.2015

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