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Adenovirus-Pneumonie insbesondere durch Serotyp 14 - Meldeaspekte

In letzter Zeit wurden ungewöhnlich schwer verlaufende Infektionen der tiefen Atemwege bedingt durch Adenoviren in den USA registriert. Das bedrohliche Krankheitsbild wurde im Gegensatz zu den bisher aufgetretenen adenoviralen Pneumonien gehäuft auch bei immungesunden Personen in der Normal­be­völ­ke­rung beobachtet. Diese Situation deutet auf die zunehmende Zirkulation von neuen Adenovirus-Typen mit erhöhter Virulenz hin (z.B. Adenovirus Typ 14), die sich potenziell auch in Deutschland ausbreiten und hier Pneumonien verursachen können. Schwer verlaufende Pneumonien durch Adenoviren werden deshalb als bedrohliche Krankheit mit Hinweis auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit gewertet, insbesondere wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Adenovirus Typ 14 besteht. Damit besteht eine Meldepflicht gemäß §6 Abs. 1 Nr. 5a IfSG (einzelne Erkrankung) und 5b IfSG (zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen im Sinne eines Ausbruchs). Für diese Meldungen gilt die Übermittlungspflicht gemäß § 11 Abs. 1 IfSG.

Gemeldet werden sollte:

  • Pneumonie, Bronchopneumonie oder ARDS mit Beatmungspflichtigkeit oder Todesfolge

UND

  • fehlendem Nachweis einer bakteriellen Ursache der Krankheit

UND

  • positivem direktem Adenovirusnachweis aus der bronchoalveolären Lavage (BAL) mit mindestens einer der drei folgenden Methoden:

    • Nukleinsäure-Nachweis (z.B. PCR)
    • Antigennachweis (z.B. ELISA, IFT)
    • Virusisolierung

Davon unberührt bleibt weiterhin die nicht namentliche Meldung gemäß § 6 Abs. 3 IfSG (gehäuftes Auftreten von nosokomialen Erkrankungen).

Positive Adenovirusnachweise in der BAL bei klinisch schwer verlaufender Pneumonie, sollten durch eine Typisierung im Adenovirus-Konsiliarlaboratorium (oder ggf. anderen spezialisierten Laboratorien) ergänzt werden. Hierzu ist das isolierte Virus einzusenden, im Fall von ausschließlich PCR positiven BAL-Proben das Originalmaterial.

Adenovirusnachweise in respiratorischen Materialien sollten mit Bedacht bewertet werden. Insbesondere in Materialien des oberen Respirationstraktes (z.B. Rachen­spül­wasser, Nasen- und Rachenabstriche) können diese, bedingt durch blande Adenovirusinfektionen (Pharyngitis o.ä.) oder durch asymp­to­ma­tische Adenoviruspersistenz in den Adenoiden und Tonsillen, positiv ausfallen. Die Kontamination von Bronchoskopen mit Materialien des oberen Respira­tions­traktes wie auch die Adenoviruspersistenz in infiltrierenden Lymphozyten (bei Pneumonien anderer Ätiologie) kann in Einzelfällen auch zu technisch korrekten, aber diagnostisch irreführenden positiven Adeno­virus­be­funden in BALs führen. Weil die verschiedenen durch Adenoviren bedingten Krankheitsbilder mit bestimmten Serotypen recht gut korrelieren, kann die Typisierung bei der Interpretation fraglicher Befunde sehr hilfreich sein.

Unterstützung für Ausbruchsbearbeitungen erhalten Sie durch Ihr Gesundheitsamt bzw. nach Einladung durch das Bundesland durch das Robert Koch-Institut.

Spezialdiagnostik und Beratung:

Konsiliarlabor für Adenoviren
Institut für Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Leitung PD Dr. A. Heim
Tel.: 0511 5324311
Fax: 0511 5326667
E-Mail: Heim.Albert@mh-hannover.de 

Stand: 24.01.2008

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