Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

TOKEN-Studie über Todesfälle bei Kindern im 2. bis 24. Lebensmonat

In der vom RKI durchgeführten TOKEN-Studie wurden zwischen Juli 2005 und Juli 2008 insgesamt 254 ungeklärte, plötzliche und unerwartete Todesfälle (uSUD) aus ganz Deutschland insbesondere auf mögliche Zusammenhänge mit vorangegangenen Sechsfachimpfungen untersucht.

Die Hauptauswertungen der Studie zeigen, dass das Risiko für einen plötzlichen Tod innerhalb von einer Woche nach Sechsfachimpfung nicht erhöht war.

In der Studie wurden Fragebogenangaben von Eltern und behandelnden Ärzten, Impfunterlagen und Oduktionsergebnisse zusammengeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Die statistische Untersuchung eines zeitlichen Zusammenhangs zwischen Impfungen und uSUD erfolgte mit der so genannten Self-Controlled-Case-Series-Methode (SCCS).

Abgesichert wurden die Ergebnisse durch eine zusätzliche Auswertung im "Fall-Kontroll-Design". In einem gesonderten rechtsmedizinischen Studienteil wurde bei standardisiert obduzierten Fällen nach Hinweisen auf einen gemeinsamen krankmachenden Prozess (Pathomechanismus) für plötzliche Todesfälle nach Impfungen gesucht.

Ergebnisse

  • Die geplante Hauptauswertung der Studie zeigt ebenso wie die Zusatzauswertungen, dass das Risiko für einen plötzlichen Tod innerhalb von einer Woche nach Sechsfachimpfung nicht erhöht war.
  • Die Fall-Kontroll-Auswertung stützt dieses Ergebnis und gibt ebenfalls keinen Anhalt für ein erhöhtes Risiko innerhalb von einer Woche nach Sechsfachimpfung.
  • Nach der SCCS-Analyse ist das Risiko für uSUD innerhalb der ersten drei Tage nach Sechsfachimpfung nicht statistisch signifikant erhöht.
  • In den Tagen vier bis sieben nach der Impfung zeigte sich ein verringertes Risiko.
  • Auch die Fall-Kontroll-Auswertung stützt die Aussage, dass innerhalb von drei Tagen nach Sechsfachimpfung kein erhöhtes Risiko besteht.
  • Im rechtsmedizinischen Studienteil zeigten die durchgeführten Untersuchungen keinen gemeinsamen krankmachenden Prozess (Pathomechanismus).
  • Fast alle kurz nach Impfung verstorbenen Kinder hatten anerkannte Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod: Schlafen in Bauchlage, mütterliches Rauchen oder Überwärmung durch Heizung, Kleidung oder Bettzeug. Die Bauchlage und andere Risikofaktoren sollten daher im gesamten ersten Lebensjahr unbedingt vermieden werden.

Trotz intensiver Bemühungen waren nur knapp 40 Prozent der angesprochenen Eltern zur Studienteilnahme bereit.

Eltern von kurz nach einer Impfung verstorbenen Kindern zeigten eine höhere Teilnahmebereitschaft als Eltern von ungeimpften Kindern oder von Kindern, bei denen die Impfung schon länger zurücklag.

Dies führt zu einer Verzerrung der Ergebnisse und erschwert die Interpretation. Aus methodischen Gründen ist davon auszugehen, dass die in dieser Studie ermittelten Ergebnisse sehr wahrscheinlich das Risiko überschätzen.

Bei der Durchführung wurde das RKI deutschlandweit von Gesundheitsämtern, rechtsmedizinischen Instituten und Kinderärzten unterstützt.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und dem Paul-Ehrlich-Institut inhaltlich und finanziell gefördert.

An der Finanzierung waren zusätzlich die Firmen Sanofi Pasteur MSD GmbH und GlaxoSmithKline Biologicals beteiligt. Planung und Durchführung der Studie wurde von einem hierzu berufenen international besetzten, interdisziplinären Wissenschaftlichen Beirat begleitet.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie stehen in einer deutschsprachigen Zusammenfassung sowie in einem ausführlichen englischsprachigen Studienbericht zur Verfügung.

Stand: 24.01.2014

Zusatzinformationen

Ge­sund­heits­mo­ni­to­ring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.