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Venenerkrankungen der Beine – Heft 44

Im Mai 2009 in der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" erschienen:

GBE-Themenheft 44: Venenerkrankungen der Beine. Quelle: © RKI Quelle: © Robert Koch-Institut

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Veränderungen der Beinvenen sind ein weit verbreitetes Phänomen: Nur ca. 10% der Deutschen zeigen keinerlei Auffälligkeiten, 59% dagegen zumindest Besenreiser und ähnliches. Die übrigen 30 % der Bevölkerung weisen schwerwiegendere Symptome eines chronischen Venenleidens wie Krampfadern, Flüssigkeitsansammlungen oder offene Beine auf. Hinzukommt, dass jährlich schätzungsweise einer von tausend Erwachsenen eine Thrombose erleidet und pro Jahr über 7.000 Deutsche an einer Lungenembolie versterben.

Venenerkrankungen sind häufige ambulante und stationäre Behandlungsanlässe, die Kosten von jährlich über 2 Mrd. € verursachen. Pro Jahr werden allein im stationären Bereich ca. 150.000 Varizeneingriffe an ca. 95.000 Patientinnen und Patienten durchgeführt. Hinzu kommen eine große Zahl ambulant durchgeführter Krampfaderoperationen sowie oberflächlicher Verödungsbehandlungen. Die angesichts der altersabhängigen Prävalenz und Inzidenz von Krampfadern und Thrombosen befürchtete Ausgabensteigerung für Beinvenenerkrankungen ist (bislang) ausgeblieben. Der in den letzten Jahren zu beobachtende leichte Rückgang der Krankheitskosten ist in erster Linie auf die Substitution stationärer Varizeneingriffe durch kostengünstigere ambulante zurückzuführen.

Die weitere (Kosten-)Entwicklung lässt sich schwer abschätzen, da einerseits mit der Alterung der Bevölkerung eine Zunahme der Zahl von Thrombose- und Varizenfällen zu erwarten ist. Andererseits werden nicht nur Varizen, sondern auch Thrombosen häufiger ambulant behandelt, schwere Folgen von Krampfaderleiden (offene Beine) treten seltener auf als früher und die Thromboseprophylaxe vor allem bei chirurgischen Risikopatienten ist weitgehend als medizinischer Standard etabliert.

Im Prinzip stehen die zur Versorgung der Bevölkerung notwendigen Versorgungsressourcen (angiologisch bzw. phlebologisch weitergebildete Ärztinnen und Ärzte, Operationskapazitäten, etc.) zur Verfügung. Regionale oder zeitliche Engpässe sowie gegebenenfalls eine Unterversorgung bestimmter Bevölkerungsgruppen (vor allem pflegebedürftige, bettlägrige Menschen) können gleichwohl nicht ausgeschlossen werden. Aus Leistungsverlagerungen in den ambulanten Bereich (z.B. Nachbetreuung von operierten Patientinnen und Patienten, ambulante Behandlung von Thrombosen) ergeben sich neue Qualifikationsanforderungen insbesondere für Hausärzte.

Stand: 14.05.2009

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