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GBE-Glossar

Das methodische Glossar bietet Ihnen Erklärungen zu Begriffen und Definitionen aus der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung.

Längsschnitt

Längsschnittbetrachtungen untersuchen im Gegensatz zu Querschnittsstudien die Entwicklung/das Verhalten einer Bevölkerung/Stichprobe im Verlauf eines vorgegebenen Zeitraums. Siehe auch epidemiologische StudienKohorte

Lebendgeborenes

Als lebendgeboren gilt in Deutschland ein Kind, bei dem nach der Scheidung vom Mutterleib entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat.

Lebensdauer

Die bevölkerungsbezogene Betrachtung der Lebensdauer in einer Bevölkerung steht zumeist im Zusammenhang mit der Analyse der Sterblichkeit. Da Sterben für jeden unvermeidlich ist, ist ein wichtiges Kriterium, in welchem Alter das geschieht. In der Sterbetafel werden dazu Maßzahlen ausgewiesen. Aus den Sterbeverhältnissen einer Bevölkerung, die in der Sterbetafel durch die altersspezifischen Sterberaten abgebildet werden, ergibt sich (unter der Modellannahme der Stabilität dieser Verhältnisse) eine Häufigkeitsverteilung der Lebensdauern nach dem Alter und die Menge durchlebter Jahre für die künstliche Kohorte. Daraus können verschiedene Lebensdauermaße abgeleitet werden.

Lebensdauermaße

Maße für die Lebensdauer werden im Kontext zur Sterblichkeit errechnet. In der Sterbetafel findet man zum einen die durchlebten Jahre der Überlebenden der künstlichen Kohorte für jeweils 1 Altersjahr und kumuliert), zum anderen Lagemaße der Häufigkeitsverteilung der Lebensdauer.

Die mittlere Lebenserwartung entspricht dem Mittelwert dieser Verteilung und wird interpretiert als Anzahl der Jahre, die ein Nulljähriges im Durchschnitt erreicht.

Die fernere Lebenserwartung im Alter x bemisst die Lebenserwartung unter der Voraussetzung, dass ein Alter x schon erreicht wurde.

Die wahrscheinliche Lebensdauer entspricht dem Median der Lebensdauerverteilung und entspricht dem Alter, in dem 50% der künstlichen Kohorte verstorben sind.

Als normale Lebensdauer wird der Modalwert, das heisst das Alter x, in dem die meisten der Kohorte sterben, bezeichnet.

Lebenserwartung

demografische bzw. epidemiologische Maßzahl (s. epidemiologische Maßzahlen), die modellhaft aus altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnissen eine zu erwartende Lebensdauer ableitet (Lebensdauermaße).
Als Indikator der GBE wird die Lebenserwartung für vor allem auch internationale Vergleiche der allgemeinen Lebensverhältnisse verwendet.

Lebenserwartung in Gesundheit

Die Lebenserwartung in Gesundheit meint den Anteil der Lebenserwartung, der nicht durch gesundheitliche Beschwerden belastet ist.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden verschiedene Verfahren entwickelt, um Daten zur Sterblichkeit mit Informationen über gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verbinden und eine nach der tatsächlichen Lebensqualität gewichtete Lebenserwartung zu berechnen:

DFLE (disability-free life expectancy): Dieser Indikator ist ein Maß für die Zahl der gänzlich beschwerdefreien Lebensjahre. Dazu werden die Jahre, in denen gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, komplett von der Lebenserwartung abgezogen.

DALE (disability-adjusted life expectancy): Von der Lebenserwartung werden die mit bestimmten Beschwerden (z. B. Rückenschmerzen) verbrachten Jahre anteilig abgezogen, je nach dem Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung (z. B. von "nicht beeinträchtigt" bis "schwer beeinträchtigt").

HALE (Health-adjusted life expectancy): Auch bei dieser, der komplexesten Methode werden Lebensjahre anteilig von der Lebenserwartung abgezogen. Allerdings fließen dabei - anders als beim DALE-Konzept - eine ganze Reihe von möglichen Beschwerden und gesundheitlichen Parametern in die Berechnung ein.

Lebenszeitprävalenz

(engl. life-time prevalence), Prävalenz

Leistungsdichte

Maßzahl für die bevölkerungs-, patienten- oder ressourcenbezogene Menge einer bestimmten Leistung des Gesundheitsversorgungssystems.

Letalität, Letalitätsrate

Die Letalitätsrate (engl. lethality rate) ergibt sich aus der Zahl der Sterbefälle (in einem Zeitraum) geteilt durch die mittlere Größe des Bestandes (im gleichen Zeitraum).

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

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