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GBE-Glossar

Das methodische Glossar bietet Ihnen Erklärungen zu Begriffen und Definitionen aus der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung.

Fall-Kontroll-Studie

(engl. case-control-study) ist ein spezieller Typ einer epidemiologischen Studie (siehe epidemiologische Studien), bei der retrospektiv eine Gruppe von Erkrankten/Betroffenen (die "Fälle") mit einer Gruppe von Nichterkrankten (die "Kontrollen") bezüglich vermuteter relevanter Merkmale (meist Risikomerkmale) verglichen wird.

Fall, epidemiologischer

In der Epidemiologie ist ein Fall eine Person (der entsprechenden Bevölkerung oder Studienpopulation), welche die untersuchte Krankheit bzw. das betrachtete Gesundheitsproblem hat. Um das festzustellen bzw. zu entscheiden, kann eine Vielfalt von Kriterien herangezogen werden.

Fatalität, Fatalitätsrate

die Fatalitätsrate (engl. fatality rate, case fatality) errechnet sich aus der Anzahl der (in einem Zeitraum) Gestorbenen geteilt durch die Anzahl der (in dem Zeitraum) Erkrankten oder (bei Längsschnittbetrachtungen) aus der Anzahl der in einem Zeitraum Gestorbenen geteilt durch den Anfangsbestand von Erkrankten zu Beginn dieses Zeitraums.

Fertilitätsmaße

sind demografische bzw. epidemiologische Maßzahlen für die Fruchtbarkeit/Fertilität.

Die (allgemeine) Fertilitätsrate (engl. general fertility rate) wird als Quotient aus der Anzahl der in einem Kalenderjahr (in einer Bevölkerung) Lebendgeborenen geteilt durch den Anfangsbestand fertiler Frauen (15 - <45 J) am Jahresanfang (oder die mittlere Anzahl) errechnet und in der Maßeinheit pro 1000 dargestellt.

Die altersspezifische Fertilitätsrate weist diese Proportion für jeweils eine spezielle 1-Jahres-Altersgruppe von Frauen (und deren Lebendgeborene) aus.

Die standardisierte Fertilitätsrate (siehe Standardisierung) ergibt sich als Durchschnitt der altersspezifischen Fertilitätsraten. Hierbei wird auf 30 Frauenaltersgruppen je 1000 standardisiert.

Die kumulierte Fertilitätsrate ist die Summe der 30 altersspezifischen Raten und kann als Querschnittsmaß interpretiert werden, als die Anzahl Lebendgeborene, die die 30 * 1000 Frauen (der künstlichen Bevölkerung) in einem Kalenderjahr gebären würden. Im Längsschnittsbezug gibt dieses Maß an, wieviele Lebendgeborene eine Kohorte von 1000 Frauen innerhalb ihres fertilen Lebens insgesamt gebären würde, falls die Fertilitätsverhältnisse konstant blieben.

Die totale Fruchtbarkeitsrate bezieht diese Aussage auf eine einzelne Frau, d.h. die kumulierte Rate wird durch 1000 dividiert.

Für die langfristige Reproduktionsfähigkeit einer Bevölkerung interessiert, ob es gelingt, dass in jeder "Generation" wieder gleich viele gebärfähige Frauen sind. Dazu wird nicht mehr die Anzahl aller Lebendgeborenen sondern nur die der weiblichen betrachtet. Spezielle Maßzahlen dafür sind Bruttoreproduktionsziffer (BRZ) und Nettoreproduktionsziffer (NRZ).

Force of Morbidity

(engl. pathogene Kraft) Inzidenzdichte

Force of Mortality

beschreibt in Analogie zur Force of Morbidity (Inzidenzdichte) die Sterbeintensität einer Bevölkerung. Sterblichkeitsmaße

Fruchtbarkeit/Fertilität

bevölkerungsbezogene Betrachtung der natürlichen Reproduktion, wobei die Anzahl der (Lebend)geborenen in Bezug zur weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter (hier 15 bis <45 Jahre) gesetzt wird. Die Quantifizierung erfolgt über Fertilitätsmaße, welche sowohl die Demographie als auch die Epidemiologie interessieren.

Fruchtbarkeitsziffer/Fertilitätsrate

Allgemeine Fruchtbarkeitsziffer/Fertilitätsrate:

Anzahl Lebendgeborener pro 1.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren

Altersspezifische Fruchtbarkeitsziffer/Fertilitätsrate:

Anzahl der von Frauen eines Altersjahrgangs geborenen Lebendgeborenen pro 1.000 Frauen desselben Altersjahrgangs

Zusammengefasste oder auch kumulierte Fruchtbarkeitsziffer/Fertilitätsrate:

Summe aller altersspezifischen Fruchtbarkeitsziffern (15 bis unter 45 Jahre)

(siehe ausführlicher unter Fertilitätsmaße)

Früherkennung

Früherkennung ist eine Form der sekundären Prävention (siehe Prävention, präventiv). Bei vielen Krankheiten beeinflusst sie den Verlauf, die Heilungschancen, die Folgen und auch den Betreuungsaufwand erheblich. Im Rahmen der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden Früherkennungsuntersuchungen für Kinder (U3 - U9) angeboten, sowie sog. Gesundheitscheckup's und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Erwachsenen.

Frühsterblichkeit

eine durch die amtliche Statistik ausgewiesene Kennziffer, die einen Teil der Säuglingssterblichkeit beschreibt und zwar die Anzahl der im Alter von unter 7 Tagen gestorbenen Säuglinge pro 1.000 Lebendgeborene

(siehe auch unter Spätsterblichkeit und Nachsterblichkeit)

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

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