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GBE-Glossar

Das methodische Glossar bietet Ihnen Erklärungen zu Begriffen und Definitionen aus der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung.

Behinderung

(engl. disablement). Behindert sind Personen, die wegen körperlicher oder psychischer Einschränkungen nicht alle die Aktivitäten ausüben können, die für Menschen gleichen Alters und Geschlechts selbstverständilich sind. Ursache dafür (Schädigung) können angeborene Störungen sein, Folgen von Krankheit und Alter oder Unfall- bzw. Verletzungsfolgen. Die dadurch bedingten Einschränkungen haben vor allem auch Auswirkungen auf Selbständigkeit, Bildungsfähigkeit und Berufsfähigkeit der Person. Die Kausalität der Behinderung geht also von der Schädigung (engl. impairment) über die Einschränkung der Fähigkeiten (engl. disability) zur Beeinträchtigung (engl. handicap). Siehe auch ICIDH (engl. international classification of impairments, disabilities and handicaps)

Berufskrankheit

Nach geltendem Recht sind Berufskrankeiten solche Krankheiten, welche die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates bezeichnet und die ein(e) Versicherte(r) bei einer unter Versicherungsschutz stehenden Tätigkeit erleidet. Im Rahmen der Berufskrankheitenverordnung (BeKV) ist die aktuelle Liste der als Berufskrankheiten möglicherweise anzuerkennenden Krankheiten festgelegt. Berufskrankheiten bzw. der Verdacht darauf sind bei den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung anzuzeigen. Diese sind für prophylaktische und rehabilitative Maßnahmen und gegebenenfalls für Entschädigungen zuständig.

Bevölkerung

Die Gesundheitsberichterstattung (GBE) beschreibt und analysiert die Gesundheitsprobleme und die gesundheitliche Versorgung einer Bevölkerung. Die Bevölkerung (auch Population) kommt als Bezugsgröße in epidemiologische Maßzahlen vor und ist die im Rahmen einer Erhebung/Analyse betrachtete Personenmenge. Dies kann z.B. die Wohnbevölkerung einer Region, die "Studienbevölkerung" einer Stichprobenerhebung oder die Menge der Versicherten sein. Die Demographie hat die Untersuchung und Beschreibung der Strukturen und der Veränderung der Bevölkerung zum Gegenstand. Die Bevölkerung verändert ihren Umfang ständig durch Geburten, Sterbefälle und Wanderungen. Die mittlere Bevölkerung und die Stichtagsbevölkerung sind häufig verwendete Maße für die Bevölkerung als Bezugsmenge.

Bevölkerung unter Risiko

ist die für die Untersuchung der Verbreitung (Bestand, Zugang, Abgang) von Krankheiten/Gesundheitsproblemen betrachtete (Teil-)Bevölkerung deren Individuen im Prinzip die betrachtete Krankheit/das Gesundheitsproblem haben/bekommen können. Bei der Berechnung von epidemiologischen Maßzahlen geht diese dann als Bezugsbevölkerung ein. Für die Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes ist das im Prinzip die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Gliederungen und auch Einschränkungen nach Alter und Geschlecht, nach Regionen oder auch sozialen Merkmalen (z.B. Versicherte, Berufsgruppen) kommen häufig vor. Bei der Betrachtung von Krankheitsfolgen kann die Bezugsbevölkerung auch die Menge der Erkrankten sein. Die Bevölkerung ist dynamisch, d.h sie verändert sich innerhalb von Zeiträumen sowohl in Bezug auf das betrachtete Krankheitsgeschehen als auch durch die externen Prozesse Geburt (Fruchtbarkeit/Fertilität, Natalität), Sterben (Mortalität) und Wanderung (Migration).

Bevölkerungsbezug

Daten haben einen Bevölkerungsbezug bzw. sind als bezogen auf eine Bevölkerung zu bezeichnen, wenn sie Ereignisse (z.B. auftretende Krebskrankheiten) in einer bekannten Bevölkerung messen, die geografisch abegegrenzt und administrativ wohl definiert ist. Unter Bevölkerung wird (Brockhaus, 19. Auflage, 1987) "die Gesamtheit aller Personen, die in einem bestimmten Gebiet leben" verstanden. Die Bevölkerung einer Region ist dadurch charakterisiert, dass die exakte Alters- und Geschlechtsstruktur ihrer Einwohner und weiterer Eigenheiten in der amtlichen Statistik vorliegen.

Bias

Verzerrung; im Gegensatz zu (sich im allgemeinen insgesamt ausgleichenden) zufälligen Fehlern ein systematischer Fehler an Erhebungsdaten, der eine Verzerrung des Ergebnisses in eine bestimmte Richtung bewirkt. Die Ursachen dafür sind vielfältig (z.B. Messgerätefehler, begrenztes Erinnerungsvermögen, Erwartungshaltung des Interviewers, usw.). Bei der Durchführung von Studien sollte der Bias im Auge behalten und dessen Richtung und Größenordnung abgeschätzt werden.

Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine häufig verwendete Kennziffer, anhand derer eingeschätzt wird, ob eine Person unter-, normal- oder übergewichtig ist. Er korreliert stark mit dem Körperfettanteil und lässt sich leicht bestimmen. Der BMI wird berechnet aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die quadrierte Körpergröße in Metern:

BMI [kg/qm] =
Gewicht [kg] / (Größe [m] x Größe [m])

Die WHO klassifiziert für Erwachsene anhand des BMI folgendermaßen:

    unter 18,5   =  Untergewicht

18,5 bis 24,9   =  Normalgewicht

25,0 bis 29,9   =  Übergewicht

30,0 bis 34,9   =  Adipositas Grad I

35,0 bis 39,9   =  Adipositas Grad II

≥ 40,0  =  extreme Adipositas (Grad III)

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gibt es altersspezifische Grenzwerte.

Bruttoreproduktionsziffer (BRZ)

demografische Maßzahl (siehe Demografische Maßzahlen), die für die bestehenden Fertilitätsverhältnisse angibt, wieviele Mädchen eine Frau im Durchschnitt während ihres fertilen Lebens gebiert. Die Sterblichkeit der Frauen bis zum 45. Lebensjahr wird im Unterschied zur Nettoreproduktionsziffer (NRZ) nicht berücksichtigt. Siehe auch Fertilitätsmaße.

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