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Allgemeines

zu Osteoporose

Definition

Die erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) ist eine Erkrankung des Skelettsystems und kann verschiedenste, auch mehrere Ursachen gleichzeitig haben. Typische Kennzeichen sind eine kritisch erniedrigte Knochenmasse und Zerstörung der Mikroarchitektur des Knochens.

Diagnose

Es gibt bislang keine geeignete Früherkennungsmethode. Auch die Knochendichtemessung ist hierzu nicht geeignet. Sie erlaubt vielmehr eine indirekte Abschätzung der Knochenmasse bzw. des Knochenbruch-Risikos und sichert die klinische Verdachtsdiagnose Osteoporose. Die Ergebnisse unterstützen die Entscheidung über eine geeignete Behandlung.

Verbreitung – Ergebnisse aus RKI Studien

Gesundheit in Deutschland Aktuell (GEDA 2012)

Rund 15% der Frauen ab einem Alter von 50 Jahren und 6% der Männer dieser Altersgruppe geben eine diagnostizierte Osteoporose an. Bei Frauen steigt die Lebenszeitprävalenz der selbstberichteten Osteoporose im Altersgang von 8% bei den 50- bis 64-Jährigen auf 21% bei Frauen im Alter ab 65 Jahren. Dieser Anstieg der Osteoporoseprävalenz mit zunehmendem Alter ist bei Männern nicht gleichermaßen zu beobachten.

DEGS1 (2008-2011)

13,1% der Frauen und 3,2% der Männer geben eine Osteoporose an. Bei Frauen steigt die Lebenszeitprävalenz mit zunehmendem Alter signifikant von 4,1% in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen auf 25,2% bei den 70- bis 79-Jährigen. Bei Männern zeigt sich kein derartig signifikanter Anstieg.

Gesundheit in Deutschland Aktuell (GEDA 2010)

Die Lebenszeit-Prävalenz von Personen mit selbstberichteter ärztlicher Diagnose einer Osteoporose betrug insgesamt 17,1 Prozent bei Frauen und 4,4 Prozent bei Männern. Sie stieg bei Frauen signifikant von 9,4 Prozent bei den 50-64 Jährigen auf 23,4 Prozent in der Altersgruppe ab 65 Jahren.

Telefonischer bundesweiter Gesundheitssurvyey 2003 (GSTel03)

Die Lebenszeit-Prävalenz einer Osteoporose-Diagnose bei Frauen ab 45 Jahren betrug insgesamt 14,2 Prozent. Mit zunehmendem Lebensalter stieg die Prävalenz von 3,4 Prozent bei den 45-54 Jährigen auf 23,7 Prozent bei Frauen in der Altersgruppe ab 75 Jahren.

Unabhängig vom Lebensalter war die Diagnose einer Osteoporose signifikant häufiger mit folgenden Faktoren assoziiert: Lebenszeitdiagnose einer rheumatoiden Arthritis, Abnahme der Körpergröße um mehr als 5 cm seit dem 25. Lebensjahr, schlechterer subjektiver Gesundheitszustand, Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Leistungen des Gesundheitssystems.

Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98)

Die Lebenszeit-Prävalenz von Personen mit selbstberichteter ärztlicher Diagnose einer Osteoporose betrug 15,2% bei Frauen und 2,1% bei Männern zwischen 50 und 79 Jahren.

Spezifische Merkmale

  • Osteoporose verursacht über lange Zeit keine Beschwerden
  • Sie tritt mit steigendem Lebensalter vermehrt auf
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer
  • Osteoporose erhöht das Risiko für Fragilitätsfrakturen d.h. Knochenbrüche, die ohne größere Gewalteinwirkung schon bei alltäglichen Belastungen auftreten

Krankheitsfolgen

  • Schmerzen
  • Dauerhafte Funktions- und Fähigkeitsstörungen sowie Behinderung bei Alltagsaktivitäten
  • Hohe Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems
  • Verlust an Lebensqualität und selbständiger/selbstbestimmter Lebensführung bis hin zur Invalidität mit Pflegebedürftigkeit
  • Erhöhte Sterblichkeit bei osteoporotischen Oberschenkelhals- und Wirbelfrakturen

Risikofaktoren für osteoporotische Frakturen

  • Höheres Lebensalter (nach dem 50. Lebensjahr in etwa Verdopplung des Risikos mit jeder Dekade)
  • Weibliches Geschlecht
  • Rauchen
  • Niedriges Körpergewicht (Body Mass Index < 20 kg/m2)
  • Stark eingeschränkte Mobilität
  • Erhöhte Sturzneigung
  • Bestimmte Grunderkrankungen (z.B. Rheumatoide Arthritis)
  • Bestimmte Medikamente (z.B. Behandlung mit Glukokortikoiden in Tablettenform für mehr als drei Monate)

Stand: 24.02.2011

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