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zum Thema Alkoholkonsum

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Alkohol als Genussmittel kulturell fest verankert. Der Konsum von Alkohol hat jedoch auch gesundheitsgefährdendes Potenzial. Alkoholabhängigkeit ist das größte Suchtproblem in Deutschland.

  • Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko z.B. für Krebskrankheiten, neurologische Störungen, Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, Störungen im Verdauungssystem und vor allem für Leberkrankheiten.
  • Viele somatische und psychische Erkrankungen werden mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Negative Auswirkungen auf die Lebensumstände von Konsumenten, ihrer Familien und auf die soziale Umwelt sind die Folge.
  • Alkoholmissbrauch führt z.B. zu Vergiftungen, Unfällen und Gewalttaten.
  • Eine hohe Zahl von Todesfällen steht in Zusammenhang mit riskantem Alkoholkonsum.

Nach einer Kostenschätzung des Robert Koch-Instituts verursachen alkoholassoziierte Krankheiten in Deutschland eine gesellschaftliche Last von jährlich ca. 20 Milliarden Euro. Mit einem pro Kopf Verbrauch von 9,7 Litern reinem Alkohol nimmt Deutschland einen Spitzenplatz im europäischen Vergleich ein (DHS 2009).

Daten des Ernährungssurveys 1998 und des Bundes-Gesundheitssurveys 1998

  • 16% der Frauen und 31% der Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren überschritten bundesweit den Grenzwert für die tolerierbare Menge der Alkoholzufuhr (TOAM)
  • Einer erhöhten Gesundheitsgefahr durch überhöhtem Alkoholkonsum setzten sich Personen mittleren Alters, Personen mit hohem sozioökonomischen Status sowie Raucher besonders häufig aus.
  • Bereits bei einer Alkoholzufuhr oberhalb von 10-12 Gramm pro Tag (Frauen) bzw. 20-24 Gramm pro Tag (Männer) erhöhte sich das Risiko zum Beispiel für Leberzirrhose und Tumore im Aerodigestivtrakt.
  • Moderater Alkoholkonsum sollte nicht als allgemeingültige gesundheitsfördernde Maßnahme propagiert werden (z.B. im Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen)

Daten der Studie GEDA 2012

  • Frauen gaben im Vergleich zu Männern deutlich häufiger an, nie Alkohol zu trinken (Frauen: 27%, Männer: 14%).
  • Ein Drittel der befragten Männer und gut ein Fünftel der befragten Frauen wurden als Risikokonsumenten eingestuft.
  • Im jungen Erwachsenenalter zwischen 18 und 29 Jahren war der Anteil der Befragten mit riskantem Konsum am höchsten. Der Anteil lag bei den Männern signifikant höher als bei den Frauen (Frauen: 33%, Männer: 42%). In den Altersgruppen über 30 Jahre sank der Anteil der Risikokonsumenten auf etwa 20% bei den Frauen und 30% bei den Männern.
  • Bei Frauen zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildungsstatus und riskantem Alkoholkonsum. Frauen ab einem Alter von 30 Jahren mit hohem Bildungsstatus waren häufiger Risikokonsumentinnen als gleichaltrige Frauen mit niedrigem Bildungsstatus. Bei Männern zeigte sich dieser Zusammenhang vorrangig im Alter zwischen 45 und 65 Jahren. Der Anteil der Nie-Trinkerinnen und Nie-Trinker war bei Frauen und Männern in den unteren Bildungsgruppen deutlich höher als in den oberen Bildungsgruppen.
  • Bei Männern in der Region Ost (Süd) ließ sich ein deutlich höherer Anteil von Risikokonsumenten feststellen als im Bundesdurchschnitt. Bei Frauen waren keine bedeutsamen Unterschiede im Risikokonsum zwischen den betrachteten Regionen zu erkennen.

Stand: 09.01.2014

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