Forschung
Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Überwachung und Prävention von Infektionskrankheiten sowie von chronischen Erkrankungen. In dieser Zuständigkeit ist das Institut die zentrale Referenzeinrichtung des Bundes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst für anwendungs- und maßnahmenorientierte Forschung im Bereich Gesundheit.
Die Handlungsgrundlagen des RKI orientieren sich an den gesetzlich festgelegten Aufgaben und sind u. a. definiert durch das Infektionsschutzgesetz, das Stammzellgesetz, das Gentechnikgesetz und das Transfusionsgesetz.
Die Forschung des Robert Koch-Instituts orientiert sich an den für das Institut gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben (GNG 1994) und ist auf die folgenden Themen fokussiert:
- Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten;
- Epidemiologische Untersuchungen auf dem Gebiet der übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten, einschließlich der Erkennung und Bewertung von Risiken sowie der Dokumentation und Information;
- Sammlung und Bewertung von Erkenntnissen und Erfahrungen zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen einschließlich der gesellschaftlichen Folgen;
- Gesundheitsberichterstattung;
- neue Risiken für die Gesundheit.
Im Fokus der Forschungsarbeiten des Instituts stehen zum einen neue Infektionserreger und deren Epidemiologie, das zeitlich bzw. räumlich ungewöhnlich gehäufte Auftreten bekannter Erregern sowie von Erregern mit neuen Eigenschaften (Erregerwandel). Gleichermaßen von Bedeutung sind neue bzw. bekannte Infektionserreger als Auslöser chronischer Erkrankungen (z.B. Autoimmunkrankheiten, Krebs), tierische Reservoire von Infektionserregern und Wirtswechsel, importierte Erreger, prä- bzw. neonatal erworbene Infektionen, neuartige Nachweis- und Analysemethoden (z.B. Mikroarray) für Infektionserreger und die Bedeutung von Wirtsfaktoren für die Suszeptibilität gegenüber einzelnen Erregern, z.B. immungenetischen Komponenten des Wirtes.
Wie gesund sind die Deutschen? Die Gesundheitsberichterstattung ist zu einem Markenzeichen des RKI geworden.
Quelle: RKI / Schnartendorff
Ein Schwerpunkt der Infektionsepidemiologie wird auch künftig die Weiterentwicklung des Meldesystems sein, um die Datengrundlage für die begleitende Forschung zu verbessern. Ausgehend von erkennbaren Trends oder Defiziten werden konkrete Forschungsprojekte durchgeführt, die zur Entwicklung von Präventionskonzepten in den Bereichen Impfstrategien, respiratorische Erkrankungen, HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbare Krankheiten (STD) sowie Zoonosen, gastroenterologische und importierte Erkrankungen erforderlich sind.
Im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten steht der weitere Ausbau eines flexiblen, bundesweiten Monitoring-Systems zur gesundheitlichen Lage, Gesundheitsverhalten und -einstellungen, zu chronischen Krankheiten und Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems im Mittelpunkt.
Stand: 29.02.2012

