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Vorbeugung von Krankheiten bei Menschenaffen und dem Menschen durch Gesundheitsmonitoing – eine Kooperation zwischen RKI und WWF

Infektionskrankheiten zählen mittlerweile neben Wilderei und Lebensraumverlust zu den bedeutendsten Bedrohungen für das Überleben von Menschenaffen. Effektive Naturschutzstrategien müssen deshalb nicht nur mehr Lebensraumschutz und Wildereibekämpfung, sondern auch eine Gesundheitsüberwachung gewährleisten. Hier genau finden RKI und WWF zusammen.

Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen RKI und seiner Projektgruppe „Epidemiologie hochpathogener Erreger“ und dem WWF Deutschland ist es, eine Gesundheitsüberwachung von habituierten Menschenaffen und anderen Wildtieren als auch aller Menschen die in engem Kontakt zu den Tieren stehen (Tracker, Touristenführer, Eco-guards, Wissenschaftler, Projektangestellte und Touristen) in drei WWF Projektregionen im Kongobecken (Dzanga Sanga, Campo Ma’an und Malebo) durchzuführen und so zu einem verbesserten Gesundheitszustand von Mensch und Tier beizutragen.

Eine Gesundheitsüberwachung von Tier und Mensch und zeitnahe Untersuchungen von Krankheiten und Todesfällen bei Menschenaffen und anderen Wildtieren in den WWF Projektregionen kann einer Früherkennung und als Warnsystem dienen. Es erlaubt ein schnelles Eingreifen und kann eine rasante Ausbreitung bei möglichen Krankheitsausbrüchen wie Ebola vorbeugen. Darüber hinaus hilft das Gesundheitsmonitoring mehr über die Krankheitsübertragung zwischen Tier und Mensch zu erfahren und so neuen aufflammenden Infektionskrankheiten in der lokalen Bevölkerung vorzubeugen.

In allen drei Projektregionen wurden erste Schritte zur Einführung eines kontinuierlichen Gesundheitsmonitorings eingeleitet. Seit 2012 hat der WWF in Kooperation mit dem Robert Koch Institut ein erstes Feldlabor aufgebaut und erste Missionen in die drei Projektregionen unternommen um den Bedarf und die Möglichkeiten eines kontinuierlichen Gesundheitsmonitorings vor Ort zu evaluieren. Regelmäßige Datenerhebungen über den Gesundheitszustand und nicht-invasive Probensammlung (Urin, Kot) der habituierten Tiere wie auch Gesundheitschecks aller Projektmitarbeiter und spezifisches Screening auf für Menschenaffen hochinfektiöse Viren und Bakterien bei Trackern, Touristenführer, Eco-guards, Wissenschaftlern, Projektangestellten und Touristen sind Teil der Gesundheitsüberwachung. Notfalleinsätze und Behandlungen (möglichst non-invasiv) unter erkrankten Wildtieren können auch Impfungen und beispielsweise Antibiotikagabe per Blasrohr beinhalten. Erste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit stehen kurz vor der Publikation.

Projektgebiete für Gesundheitsmonitoring: 3 Langzeit WWF Ökotourismus-Projekte mit Menschenaffen im KongobeckenProjektgebiete für Gesundheitsmonitoring: 3 Langzeit WWF Ökotourismus-Projekte mit Menschenaffen im Kongobecken: Westliche Flachlandgorillas und Schimpansen: Dzanga Ndoki National Park (Zentralafrikanische Republik) und Campo Ma’an National Park (Kamerun); Bonobos: Malebo (Demokratische Republik Kongo)

Nicht-invasive Probenentnahme (aufgesammelter Urin) bei habituierten Gorillagruppe. Quelle: RKINicht-invasive Probenentnahme (aufgesammelter Urin) bei habituierten Gorillagruppe

Feldlaborausstattung im KongobeckenFeldlaborausstattung im Kongobecken

Stand: 21.10.2014

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