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Projekt des Netzwerks Mykosen

Projekttitel

In-vitro-Analyse kombinatorischer Effekte von Antimykotika gegen hochresistente Erreger invasiver Mykosen

Beschreibung

Mucorales (Zygomyzeten) und Fusarium spp. stellen nach Aspergillus spp. die wichtigsten Erreger von invasiven Infektionen durch Schimmelpilze bei immunsupprimierten Patienten dar und zeichnen sich durch eine sehr geringe Empfindlichkeit gegenüber den meisten Antimykotika aus. Infektionen durch diese Erreger weisen eine Letalität von 80-90% auf. Die Therapie dieser Mykosen erfolgt in der Regel als Monotherapie, der Nutzen von Kombinationstherapien ist nahezu ungeklärt.

Das Projekt soll aktuelle In-vitro-Daten zur Empfindlichkeit gegenüber Mono-Substanzen und Antimykotika-Kombinationen erheben. Diese können einen Beitrag dazu liefern, Therapieoptionen bei Infektionen durch Mucorales und Fusarium spp., insbesondere hinsichtlich einer Kombinationstherapie, zu diskutieren und zu erweitern. Sollten spezies-spezifische Empfindlichkeitsmuster existieren, so könnte zukünftig eine schnell verfügbare, molekular­bio­lo­gische Iden­tifi­zierung einen Hinweis für ein zu erwartendes Resistenz­muster und damit die Möglichkeit einer früh­zei­tigen Therapie­optimierung geben.

Zur Durchführung werden Isolate aus klinisch dokumen­tierten Infek­tionen mit Fusarium-Spezies oder Mucorales (EORTC/MSG Kriterium proven or probable) auf ihre In-vitro-Empfindlichkeit gegenüber Einzel­substanzen und in Kombination bestimmt, parallel dazu erfolgt ihre molekular­biologische Iden­tifi­zierung bzw. Differen­zierung. Die Studie gliedert sich in einen retrospektiven Teil, in dem bereits vorhandene Daten aus klinisch gesicherten Mykosen ausgewertet werden, und in einen prospektiven Teil, in dem der gleiche Umfang von Isolaten (jeweils 30-50) untersucht werden soll.

Ziele

Nach Abschluss der Untersuchungen sollen Aussagen zu folgenden Fragen gemacht werden können:

  1. Welche In-vitro-Empfindlichkeit haben klinische Fusarium- und Mucorales-Isolate aus Deutschland gegenüber Einzel­substanzen und Kombi­nationen?
  2. Besteht ein Zusammenhang von In-vitro-Resistenzdaten mit molekularer Spezies­identifizierung bzw. Sub­typi­sierung?
  3. Gibt es ein routinetaugliches Verfahren für die Ermittlung von Kombi­nations­effekten bei anti­funga­len Substan­zen, welches auch außerhalb von Referenz­labo­ra­torien angewendet werden kann?

Projektmitglieder

AnsprechpartnerInstitution
Dr. K. TintelnotKL für Kryptokokkose, Scedosporiose und importierte Systemmykosen, Robert Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, E-Mail: Kontaktformular
Dr. L. SedlacekKL für Mukoviszidose-Bakteriologie
Dr. A. HamprechtInstitut für medizinische Mikro­bio­logie, Immu­no­logie und Hygiene, Universitäts­klinikum Köln

Stand: 29.04.2015

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