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Zielgruppeneinstiege

Projekt des Netzwerks Enteral übertragbare Infektionen

Projekttitel

Vergleichende prospektive Studie zur Prävalenz und klinischen Bedeutung von Enteropathogenen in einer Kohorte mit häufigen Durchfallerkrankungen und einer Vergleichskohorte von Gesunden (NEI IV)

Beschreibung

In einer Vorläuferstudie (NEI III) (Laufzeit bis Ende 2013) wurden eine ländliche und eine städtische Kohorte von jeweils ca. 250 Studienteilnehmern über den Zeitraum eines Jahres für insgesamt 10 Studienmonate kontinuierlich beobachtet. Bei einer akuten Diarrhöattacke von mindestens zwei Tagen Dauer wurde von den Studienteilnehmern sowie zeitnah von drei nach Alter, Geschlecht und Wohngebiet gematchten "next-neighbour"-Kontrollpersonen ohne Durchfall eine Stuhlprobe untersucht (konventionell nach den Regeln der "Gestuften Stuhldiagnostik" und molekulargenetisch auf jeweils alle Erregergruppen).

Während der 10 Studienmonate wurde zudem von allen Studienteilnehmern ein Tagesprotokoll geführt, in dem gesundheitliche Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt (vor allem Diarrhö) dokumentiert werden. Hierbei grenzten sich deutlich zwei Gruppen von Probanden ab, eine größere Gruppe (ca. 200), die über den gesamten Studienzeitraum keine Durchfallattacke beobachtete und eine kleinere Gruppe (ca. 50), die in der fraglichen Zeit über mindestens 5 bis zu 35 Durchfallattacken berichtete.

In 62% der Proben von Diarrhöpatienten und überraschend in 56% der Proben von gesunden Kontrollen wurde mindestens ein Erreger, in ca. 40% der erregerpositiven Proben mehr als ein Pathogen nachgewiesen. Es zeigte sich, dass insbesondere darmpathogene E. coli und einige enteropathogene Protozoen häufig in Diarrhö­stuhl­proben, aber auch ebenso häufig oder sogar häufiger in Kontrollproben nachgewiesen werden.

Deswegen soll die Folgestudie NEI IV auf die Weiterbeobachtung der beiden Gruppen mit häufigen bzw. fehlenden Durchfallattacken abzielen.

Ziele

Hauptziele des Projektes sind:

  1. Klärung der klinischen Bedeutung des Nachweises von Diarrhö­erregern bei Probanden mit häufig rezidi­vieren­den Durchfall­attacken (Gruppe A; n = 32) im Vergleich mit sonst darmgesunden Pro­banden (Gruppe B; n = 124) im Zusammenhang mit den verwendeten diagnostischen Methoden. Hierbei sollen Unter­schiede zwischen beiden Gruppen auf den Gebieten der Klinik, der Darm­mikro­biologie und schließlich des Mikrobioms der Stuhl­proben heraus­ge­arbeitet werden.
  2. Klärung der Frage, ob als pathogen bekannte Erreger vor allem Gesunde, aber auch Kranke passager oder dauerhaft kolo­ni­sieren. Dies ist besonders für die Darm­pathogene E. coli, Dientamoeba fragilis und Tropheryma whipplei von Interesse.

Projektmitglieder

AnsprechpartnerInstitution
Prof. Dr. Antje FliegerNRZ für Salmonellen und andere bakte­rielle Ente­ri­tis­erreger, Fach­ge­biet Bak­te­rielle darm­patho­gene Erreger und Legio­nellen, Robert Koch-Institut Wernigerode, E-Mail: Kontaktformular von Prof. Flieger oder Kontaktformular von Frau Kleindienst
PD Dr. A. HeimKL für Adenoviren
PD Dr. L. von MüllerKL für Clostridium difficile
Dr. E. GlockerNetzwerklabor Freiburg (früher: Konsiliar­labor für Gastro­intestinale Infek­tionen des Instituts für Mikro­bio­logie und Hygiene, Univer­sitäts­klini­kum Freiburg
Prof. Dr. Dr. H. Karch,
Prof. Dr. A. Mellmann
KL für Hämolytisch Urämisches Syndrom (HUS)
Dr. S. HuhulescuBinationales KL für Listerien
Dr. M. HöhneKL für Noroviren und KL für Rotaviren
PD Dr. A. MoterKL Tropheryma whipplei
Prof. Dr. E. TannichNRZ für Tropische Infektionserreger

Stand: 29.04.2015

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