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Zielgruppeneinstiege

Neuartige Erreger

Transmissible spongiforme Enzephalopathien (TSE)

Das RKI hat sich bereits frühzeitig neuen Herausforderungen im Rahmen der Vorlaufforschung gestellt. So haben Wissenschaftler des Instituts sich bereits in den 70er Jahren mit der Pathogenese der Scrapieerkrankung auseinandergesetzt, die mit dem Auftreten von BSE eine neue gesundheitspolitische Dimension erhalten hat. Heute wird diese Thematik im Rahmen der TSE-Forschung fortgeführt. Es werden Forschungsvorhaben zur natürlichen Ausbreitung von Prionen im Organismus, deren Interaktion mit dem ZNS sowie zur Früherkennung von Transmissiblen Spongiformen Enzephalaopathien durchgeführt.

Die diagnostischen Arbeiten verfolgen primär das Ziel, Verfahren zu entwickeln, die eine Früherkennung von TSE-Infektionen in lebenden Tieren oder Menschen erlauben. Ferner sollen sie dazu beitragen, unerkannte Erregerreservoire im Körper TSE-befallener Individuen zu identifizieren und neue Methoden der Stammdifferenzierung zu entwickeln.

Auf dem Gebiet der TSE-Pathogenese stehen Untersuchung der Wege und Mechanismen bei der zellulären Aufnahme, Replikation und Neuroinvasion von Scrapie- und BSE-Erregern im Magen-Darm-Trakt sowie die Charakterisierung neuraler Komponenten und Mechanismen im Vordergrund. Die Ausbreitung der Erreger entlang peripherer Nerven ist ein wesentliches Ergebnis dieser Arbeiten.

Ferner werden in Mäusen Untersuchungen zu den molekularen Grundlagen der Neurodegeneration bei TSE durchgeführt. Diese Arbeiten tragen auch dazu bei, möglicherweise ähnliche Pathomechanismen bei anderen chronisch neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. dem Morbus Alzheimer besser zu verstehen und somit Grundlagen für neue therapeutische Interventionsmöglichkeiten zu schaffen.

Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Aufklärung der Funktion des Prionen-Proteins.

HIV/AIDS

Aufgrund der hohen gesundheitspolitischen Relevanz der HIV-Infektion und der schnellen Resistenzentwicklung bei der Behandlung kommt der Entwicklung von Impfstoffen eine besondere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin werden zelluläre und humorale immunologische Parameter in Kohorten von Therapie-naiven HIV-infizierten Patienten untersucht. Die Untersuchng von Patienten, die einen langsamen Verlauf der HIV-Infektion aufweisen, könnte Hinweise auf geeignete Kandidaten für Impfstoffe geben. Es sollen immunologische Marker beschrieben werden, die Schutz vor einer HIV-Infektion determinieren. Untersuchungen an Modellsystemen sollen weiter genutzt werden, um potenzielle Impfstoffkandidaten zu identifizieren.

Influenza

Die Komplexität biologischer Systeme, d.h. die Generierung neuer Virusvarianten durch Rekombination in Wirtsorganismen stellt nicht nur die Wissenschaft vor neue Herausforderungen. Das Auftreten von aviärer Influenza und West Nil Fieber hat diese Problematik einmal mehr deutlich gemacht.

Ziel der Arbeiten zur Influenzaforschung am RKI ist es, die Kontrolloptionen für die Virusgrippe durch ein verbessertes molekulares Verständnis von Virulenz und Pathogenese zu verbreitern. Im Fokus stehen die Charakterisierung von Genfunktionen sowie die Untersuchung von Mechanismen, die ursächlich für die virale Vermehrungsfähigkeit und die Pathogenese verantwortlich sind. Darüber hinaus wird an der Entwicklung von neuen Ansätzen zur Therapie und Prophylaxe der Virusgrippe gearbeitet.

Die im Rahmen des Projekts von West Nil Fieber durchgeführten Untersuchungen sollen eine Risikobewertung im Hinblick auf die Einschleppung und Verbreitung von West Nil Fieber in Deutschland ermöglichen.

Endogene Retroviren

Ein Forschungsthema im Rahmen des Schwerpunktes "neuartige Erreger" am RKI ist die Untersuchung der Bedeutung endogener Retroviren bei der Xenotransplantation. Im Vordergrund stehen sowohl Untersuchungen zur Infizierbarkeit menschlicher Zellen mit diesen Erregern als auch die Entwicklung von diagnostischen Methoden zum Nachweis der Viren und deren Fußspuren (Antiköper/Antigene). Endogene Retroviren werden neben ihrer Bedeutung für die Organspende auch im Hinblick auf die Entstehung von Tumoren und Autoimmunerkrankungen untersucht.

Stand: 27.02.2008

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