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Zielgruppeneinstiege

Erkennen von Infektionskrankheiten

Surveillance

Im Bereich der Surveillance erfüllt das RKI umfangreiche Aufgaben gemäß Infektionsschutzgesetz, Transfusionsgesetz, EU-Zoonoserichtlinie und internationaler Gesundheitsvorschriften. Für die Implementierung des Infektionsschutzgesetz (IfSG 2001) hat das RKI umfassende Verantwortlichkeiten, einschließlich des Ausbaus der zentralen Datenhaltung zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Die Qualität des IfSG und dessen engagierte Umsetzung in der Bundesrepublik Deutschland ist international anerkannt und bietet durch die vorhandenen Daten und deren Struktur eine optimale Forschungsressource zur Analyse der Ausbreitung sowie von Auswirkungen und Effizienz von Präventionsstrategien der Infektionskrankheiten. Das deutsche Meldesystem und die hier angewandten Instrumente der Surveillance gelten in Europa heute als führend.

Vor dem Hintergrund dieser Aufgaben ergeben sich Forschungsarbeiten z.B. zur Evaluierung der Qualität der Überwachung meldepflichtiger Krankheiten, zur Methodenentwicklung zur Früherkennung von Infektionsgefahren, insbesondere zur Erkennung von "ungewöhnlichen" zeitlichen und örtlichen und anderen Häufungen bei Krankheitsausbrüchen, zur Erfassung und Analyse von Infektionsmarkern bei Blutspendern zur Sicherheit von Blut und Blutprodukten, zur Erfassung der Durchimpfung der Bevölkerung, zur Verbreitung von und Risikofaktoren für Tuberkulose (insbesondere multiresistente Tuberkulose), zu HIV/AIDS und andere sexuell oder durch Blut übertragbare Infektionen und zu gastroenterologischen Infektionen und Zoonosen sowie zu importierten und nosokomialen Infektionen.

Die Erfahrungen aus der Bewertung dieser Daten bieten darüber hinaus Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer epidemiologischer Instrumente insbesondere im Bereich der molekularen Epidemiologie und können als Grundlage für Frühwarnsysteme wie z.B. Sentinel-Netzwerke und Instrumente zur syndromischen Surveillance dienen.

Diagnostik von Infektionskrankheiten

Die fünf Nationalen Referenzzentren am RKI (Salmonellen und andere Enteritiserreger; Staphylokokken; Influenza; Masern, Mumps, Röteln; Poliomyelitis und Enteroviren) schaffen wichtige Voraussetzungen für das Erkennen und Überwachen der durch diese Erreger verursachten gefährlichen Infektionskrankheiten. Masern und Poliomyelitis sollen weltweit ausgerottet werden. Die WHO hat die entsprechenden Nationalen Referenzzentren am RKI als europäische Referenzeinrichtungen in die Eradikationsprogramme eingebunden.
Die Daten des Influenza-Referenzzentrums leisten einen wichtigen Beitrag für die durch die WHO erfolgende Festlegung der Zusammensetzung des jährlich zu aktualisierenden Impfstoffs. Darüber hinaus werden von den NRZ Influenza und MMR Arbeiten zur Charakterisierung von zirkulierenden Virus-Varianten, zur Evaluation der Effektivität des Impfstoffs und zur Identifikation möglicher Antigendrift oder –shift durchgeführt.
Das Erkennen und Überwachen von Chemo- und Antibiotika-resistenten Erregern ist von großer praktischer Bedeutung für die Behandlung von Patienten und die Unterbrechung von Infektketten. Vor dem Hintergrund der Zunahme multiresistenter Erreger insbesondere im Krankenhausbereich entstehen erhebliche zusätzliche Kosten und menschliches Leid u.a. durch die Zahl schwer behandelbarer oder letal verlaufender Infektionen.
Ergänzend zu den Nationalen Referenzzentren sind am RKI 5 Konsiliarlaboratorien etabliert, die zu den genannten Erregern sowie zu methodischen Fragestellungen beratend und forschend tätig sind.

Modellierung

Thematischer Schwerpunkt epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten ist die pandemische Influenza, aber auch für Masern und Rotavirus werden Modelle erarbeitet. Zielsetzung ist es, die Vorhersagewerte von Modellen kritisch zu prüfen und durch Präzisierung von epidemiologischen Dynamikparametern (z.B. Übertragbarkeit von Erregern, Dauer der Ausscheidung, Mobilitäts- und Kontaktverhalten der Bevölkerung) eine Evidenz für diese Parameter zu erarbeiten, so dass sie in die Modelle eingearbeitet werden können. Im Ergebnis soll letztlich die Varianz der Modelle auf diesem Weg reduziert werden.

Stand: 27.02.2008

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